Fachschriften und Studien

IBA-/bso-Studie 2015

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Mehr als die Hälfte arbeitet im Büro

Repräsentative Telefonumfrage unter Beschäftigten im Bürobereich.

  • Durchführung: forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH im Auftrag des IBA (ehemals bso)
  • Veröffentlichung: Dezember 2015

In vier Befragungswellen wurden von April 2014 bis September 2015 jeweils 1.000 Beschäftigte im Bürobereich zu folgenden Themen befragt.

  • April 2014: Art der Büroräume, Zufriedenheit
  • April / Mai 2015: Ausstattung der Büroräume
  • Juli / August 2015: Nutzung und Ausstattung von Homeoffices
  • September 2015: Kommunikationsbereiche

Mehrfach evaluiert wurde der Anteil der Beschäftigten im Bürobereich unter den Erwerbstätigen in Deutschland.


Die wichtigsten Ergebnisse

  • Anteil der Beschäftigten im Bürobereich unter den Erwerbstätigen in Deutschland 1 / 7 Anteil der Beschäftigten im Bürobereich unter den Erwerbstätigen in Deutschland
  • Anteil unterschiedlicher Raumformen 2 / 7 Anteil unterschiedlicher Raumformen
  • Anteil unterschiedlicher Bürostuhlarten 3 / 7 Anteil unterschiedlicher Bürostuhlarten
  • Anteil von Sitz-Steh-Arbeitstischen 4 / 7 Anteil von Sitz-Steh-Arbeitstischen
  • Belästigung durch Lärm 5 / 7 Belästigung durch Lärm
  • Angebot alternativer Kommunikationsbereiche 6 / 7 Angebot alternativer Kommunikationsbereiche
  • Arbeit im Homeoffice 7 / 7 Arbeit im Homeoffice

Die Mehrheit aller Erwerbstätigen arbeitet an einem Büroarbeitsplatz:

50 % aller Beschäftigten in Deutschland arbeiten im Bürobereich. Weitere 2 % arbeiten (ausschließlich) im Home Office.


Ausstattung der Büro-Arbeitsplätze

Der Anteil von Sitz-Steh-Arbeitstischen hat sich in den Jahren 2012 bis 2014 verdoppelt. Aktuell steht jedem vierten Beschäftigten ein Schreibtisch zur Verfügung, dessen Arbeitshöhe sich zwischen sitzender und stehender Höhe verstellen lässt. Aber während sich in einem Teil der Unternehmen die Qualität der Büroarbeitsplätze deutlich verbessert, bleibt sie in anderen nahezu unverändert niedrig. Das zeigt beispielsweise der Blick auf den Bestand an Büro-Arbeitsstühlen. Während bei etwas mehr als der Hälfte aller Unternehmen die eingesetzten Produkte immer besser werden, entsprechen in 39 % der Unternehmen die eingesetzten Stühle nicht einmal den grundlegenden ergonomischen Anforderungen.

Das könnte sich als Fehler erweisen. Kurzfristig, weil sich eine Umgebung, die nicht zu den Anforderungen passt, zwangsläufig auf die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten auswirkt. Langfristig, weil mangelhafte Einrichtungen zu Lasten der Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten geht. Zudem riskieren Unternehmen mit veralteten Arbeitsplätzen, dass ihre Beschäftigten sich nach attraktiveren Büros umschauen. Immerhin 62 % der Arbeitnehmer in Deutschland würden bei einem Arbeitsplatzwechsel besonders darauf achten, in welcher Umgebung sie künftig arbeiten.

Tatsächlich ist die Mehrzahl der Beschäftigten in Deutschland mit ihren derzeitigen Arbeitsplätzen im Großen und Ganzen zufrieden. Im Detail sehen sie aber deutliches Verbesserungspotenzial. Dieses zeigt sich bei der ergonomischen Ausstattung, beim Design und bei den Voraussetzungen für eine effektive Kommunikation.


Status-quo bei Kommunikationsbereichen

Aktuell haben die Beschäftigten Zugang zu Besprechungs- und Konferenzräumen sowie zu ein bis zwei alternativen Kommunikationsbereichen. In der Regel sind dies Teeküchen oder Kaffeebars mit Sitzgelegenheiten oder Stehtischen sowie Besprechungstische in der Nähe ihrer Schreibtische. Sitzlandschaften mit Sofas oder Sesseln sowie Stehtische für kurze Besprechungen sind dagegen noch die Ausnahme.

Obwohl in den meisten Unternehmen mehrere Kommunikationsbereiche zur Verfügung stehen, sind die Kapazitäten vielerorts knapp bemessen. Knapp 20 % aller Befragten beklagen, dass ihnen für spontane Besprechungen häufig keine Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.


Arbeiten im Homeoffice

Neben den Arbeitsplätzen im Unternehmen entwickelt sich das Homeoffice für viele Arbeitnehmer zu einer regelmäßigen Anlaufstelle. 40 % aller Beschäftigten im Bürobereich arbeiten zeitweise auch im häuslichen Umfeld. Aber nur jeder vierte Homeworker nutzt den heimatlichen Arbeitsplatz zu mehr als 50 % seiner Arbeitszeit.

Dennoch legen viele Beschäftigte Wert auf eine gute Ausstattung ihres Homeoffices und das, obwohl nur knapp jeder Zehnte bei der Anschaffung des Mobiliars von seinem Arbeitgeber unterstützt wird. 21 % der Heimarbeitsplätze sind mit Sitz-Steh-Arbeitstischen ausgestattet. 46 % der Homeworker haben einen Drehstuhl für dynamisches Sitzen.


Raumformen

Die geringste Veränderungsdynamik zeigt sich bei den Raumformen. Trotz des Trends zu größeren Büroeinheiten arbeiten 58 % aller Beschäftigten in einem Einzel- oder Zweierbüro. Hier macht sich nicht nur der Aufwand für einen Umbau bemerkbar, auch die relativ geringe Begeisterung der Beschäftigten für den Umzug in größere Büros dürfte eine Rolle spielen. Daraus zu schließen, dass die Beschäftigten in jedem Fall an der aktuellen Arbeitssituation festhalten wollen, wäre jedoch zu kurz gegriffen. Immerhin jeder Fünfte könnte sich vorstellen, auf einen persönlich zugewiesenen Arbeitsplatz zu verzichten und damit in der Regel auch in größere Büroeinheiten umzuziehen, wenn der Wechsel mit einer spürbaren Verbesserung der Ausstattung verbunden wäre.


Ein erstes Fazit lautet daher:

Der Wandel der Büroarbeit macht sich langsam auch bei der Ausstattung der Büros bemerkbar. Der Anfang ist zumindest schon einmal gemacht.


Die Studie kann unter IBA-Publikationen heruntergeladen werden.