13.01.2021
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IBA-Umfrage zur Arbeit im Homeoffice

Die Entwicklung 2020 

Zum Jahresende 2020 wollten der IBA und das Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa wissen, wie sich die Arbeitsbedingungen im Homeoffice im Lauf des Jahres 2020 verändert haben und ob Arbeitnehmer bei der Ausstattung der heimischen Arbeitsplätze auf die Unterstützung ihrer Arbeitgeber zählen durften.

Im Dezember 2020 arbeiteten 40 % der abhängig Beschäftigten (13,5 Mio. Menschen) häufiger als vor der Corona-Pandemie im Homeoffice. Im April traf das auf 42 % aller Arbeitnehmer in Deutschland zu. Deutliche Veränderungen gab es nach Beendigung des ersten Lockdowns beim Umfang der Arbeit im Homeoffice. Im Dezember arbeitete nur noch ein Drittel der Homeoffice-Nutzer die gesamte Zeit zu Hause, gegenüber 51 % im April. Zur gleichen Zeit konnten einige Homeworker bessere Voraussetzungen für die Arbeit zu Hause schaffen. Zwei Drittel (67 %) der Homeoffice-Nutzer verfügen nun über einen fest eingerichteten Arbeitsplatz. Im April galt dies erst für 59 % dieser Arbeitnehmer.

Arbeitsplatz im Homeoffice, forsa-Umfrage im Auftrag des IBA, Dezember 2020

Neun von zehn Beschäftigten in Deutschland haben im Lauf des vergangenen Jahres das Homeoffice zu schätzen gelernt.

Bemerkenswert gute Noten erhalten die Vorgesetzen. Ihr Engagement wird ebenso gut bewertet wie die Zusammenarbeit mit den Kollegen. Deutlich schlechter schneidet die Ausstattung der Arbeitsplätze ab. Nur jeder Zweite (52 %) bewertet sie mit „gut“ oder „sehr gut“. Folglich arbeiten derzeit nach eigener Einschätzung etwa 6,5 Mio. Menschen im Homeoffice unter schwierigen bis absolut unzureichenden Bedingungen. Beschäftigte, die an weniger als zwei Tagen zu Hause arbeiten, sind am unzufriedensten. Die Ausstattung ihrer Arbeitsplätze bezeichnen in dieser Gruppe nur 39 % der Befragten als gut.

Insgesamt haben die Homeoffice-Nutzer aber schon einiges dafür getan, um ihre Arbeitsplätze zu Hause besser auszustatten.

Mit Ausnahme der technischen Ausstattung erhielten die Beschäftigten bei der Einrichtung ihrer Homeoffices bislang nahezu keine Unterstützung von ihren Arbeitgebern.

Beschäftigte ab 45 Jahren haben etwas mehr investiert als ihre jüngeren Kollegen. Kaum Unterschiede gab es bei der Zahl der gekauften Gegenstände zwischen Angestellten, die im Dezember 2020 ausschließlich zu Hause arbeiteten, und solchen, die sich maximal drei Tage pro Woche im Homeoffice aufhielten. Demgegenüber hatte, wie zu erwarten war, die Einstellung zum Homeoffice einen Einfluss auf die Bereitschaft zur Anschaffung von Möbeln und anderen Arbeitsmitteln. Wer hofft, künftig häufiger zu Hause arbeiten zu können, ist eher bereit, sie auf eigene Kosten zu erwerben.

Darüber, wie arbeitsplatztauglich die Anschaffungen waren, gibt die Befragung keine Auskunft. Das werden gegebenenfalls die Arbeitgeber im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen feststellen müssen.


Im Auftrag des IBA befragte die forsa Politik- und Sozialforschung GmbH vom 1. bis 8. Dezember 2020 und vom 21. bis 28. April 2020 abhängig Beschäftigte in Deutschland zu ihren Erfahrungen mit der Arbeit im Homeoffice. Befragt wurden 1.002 bzw. 1.000 Personen zwischen 18 und 65 Jahren, die in dieser Zeit häufiger zu Hause arbeiteten als vor Corona. Die Auswahl erfolgte nach einem systematischen Zufallsverfahren. Für die Befragungen wurde das Online-Panel forsa.omninet genutzt.