Wie ist es um die Geräuschkulisse in Ihrem Büro bestellt? Das wurde im Oktober 2025 zum vierten Mal die OFFICE-ROXX-Blog-Leserschaft im Auftrag der Akustikaktion „Quiet please!“ gefragt. Trotz Hybrid Work bleiben akustische Störungen im Office ein großes Thema und Ruhe am Arbeitsplatz oft ein rares Gut.
Das Wichtigste zuerst: Die Hälfte (50 Prozent) der insgesamt 457 Umfrageteilnehmer fühlt sich derzeit durch akustische Störungen im Büro beeinträchtigt (2024: 47 Prozent, 2023: 52 Prozent, 2021: 51 Prozent), zusätzliche 36 Prozent sogar sehr (2024: 38 Prozent, 2023: 32 Prozent, 2021: 31 Prozent). Lediglich 14 Prozent (2024: 15 Prozent, 2023: 16 Prozent, 2021: 18 Prozent) lassen sich von der Geräuschkulisse im Büro kaum aus der Ruhe bringen.
Auch in Bezug auf die Quellen störender Geräusche im Büro gibt es wenig Veränderung zum Vorjahr. Die zuletzt gestiegenen Werte werden bestätigt. Am häufigsten wurden 2025 Telefonate (54 Prozent) und Kollegengespräche (42 Prozent) als sehr störend empfunden (2024: 55 bzw. 43 Prozent).
Kabinen im Kommen
Mit welchen Maßnahmen reagieren die Unternehmen auf die anhaltende Geräuschbelastung? Die am häufigsten genannten sind: Teppichboden (33 Prozent), (Tisch-)Trennwände/Tischabsorber (25 Prozent) und Raum-in-Raum-Systeme (18 Prozent).
Damit zeigt sich eine leichte Verschiebung im Maßnahmenmix: Trennwände und Teppichböden werden ähnlich häufig eingesetzt wie im Vorjahr (2024: 26 bzw. 30 Prozent), während Raum-in-Raum-Systeme deutlich zulegen konnten – ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 14 Prozent). Nur 22 Prozent der Befragten gaben an, dass in ihrem Büro keinerlei Maßnahmen zur Verbesserung der Akustik umgesetzt wurden (2024: 20 Prozent).
Die gestiegene Nachfrage bei Raum-in-Raum-Systemen könnte mit einem weiteren Ergebnis der Umfrage zusammenhängen: 77 Prozent der Befragten verneinten die Frage, ob es in ihrem Unternehmen ausreichend Platz für konzentrierte Einzelarbeit gibt. Hier hat sich die Situation im Vergleich zu den Vorjahren weiter verschärft (2024: 75 Prozent, 2023: 74 Prozent, 2021: 70 Prozent). Aktuell kann sich nicht einmal jeder vierte Bürobeschäftigte (23 Prozent) an einen ruhigen Ort zurückziehen, um konzentriert zu arbeiten. Auch hier herrscht großer Handlungsbedarf.
Im Investitionsstau
Der Umfrage zufolge planen 60 Prozent der Unternehmen keine Investitionen in eine bessere Raumakustik – ein Anstieg von fünf Prozent gegenüber 2024 (55 Prozent). Lediglich zehn Prozent der Befragten berichteten von geplanten Ausgaben von bis zu 500 Euro pro Arbeitsplatz, 14 Prozent von bis zu 1.000 Euro, und vier Prozent von über 1.000 Euro. Im Jahr 2024 lag die Investitionsbereitschaft noch deutlich höher: Damals wollten sechs Prozent mehr als 1.000 Euro investieren, zehn Prozent bis zu 1.000 Euro und 14 Prozent bis zu 500 Euro.
Diese Entwicklung spiegelt den derzeitigen Investitionsstau in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wider. Er lässt sich nicht nur bei der Büroeinrichtung, sondern auch in der gesamten deutschen Wirtschaft beobachten. Unternehmen scheinen Investitionen in Akustiklösungen aufzuschieben – obwohl der Bedarf unverändert hoch bleibt.
OFFICE ROXX