Den Mitgliedern des Industrieverband Büro und Arbeitswelt e.V. (IBA) ist die Reduzierung ihrer CO2e-Emissionen eine unternehmerische Verpflichtung, um ihren Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft zu leisten. Für die Bilanzierung wird der etablierte Standard des Greenhouse Gas Protocols (GHG-Protokoll) verwendet.
Reporting-Ansatz nach Scope 1, 2 und 3
Die IBA-Mitglieder haben sich darauf verständigt, Scope 1 und Scope 2 des GHG-Protokolls vollständig zu berichten. Damit schaffen sie Transparenz über alle direkten und indirekten Emissionen aus eigenen Anlagen und eingekauftem Strom.
In Scope 3 konzentrieren sich die Mitglieder auf die besonders branchenrelevanten Kategorien:
- 3.01 Eingekaufte Güter und Dienstleistungen
- 3.04 Transport und Verteilung (vorgelagert)
- 3.09 Transport und Verteilung (nachgelagert)
- 3.12 Entsorgung der verkauften Produkte
Hinzu kommen weitere Kategorien, die nach dem Prinzip der Wesentlichkeit für jedes Unternehmen individuell ermittelt werden. Mit diesem klaren Fokus wird sichergestellt, dass die wesentlichen Emissionstreiber entlang der Wertschöpfungskette erfasst werden und gezielte Maßnahmen zur Reduktion entwickelt werden können. Das Ziel ist es, nicht nur gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, sondern gemeinsam als Verband einen messbaren Beitrag zur Emissionsreduktion zu leisten.
Reporting-Kategorien und Verpflichtung
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Scope |
Kategorie |
Reporting |
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1.01 |
Stationäre Verbrennung |
empfohlen |
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1.02 |
Mobile Verbrennung |
empfohlen |
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1.03 |
Flüchtige Emissionen |
empfohlen |
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1.04 |
Prozessemissionen |
empfohlen |
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2.01 |
Eingekaufter Strom, auch für Elektrofahrzeuge |
empfohlen |
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2.02 |
Eingekaufte Wärme, Dampf, Kühlung |
empfohlen |
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3.01 |
Eingekaufte Güter und Dienstleistungen |
empfohlen |
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3.02 |
Kapitalgüter |
optional |
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3.03 |
Brennstoff- und energiebezogene Emissionen |
optional |
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3.04 |
Transport und Verteilung (vorgelagert) |
empfohlen |
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3.05 |
Abfall |
optional |
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3.06 |
Geschäftsreisen |
optional |
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3.07 |
Pendeln der Mitarbeiter |
optional |
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3.08 |
Angemietete oder geleaste Sachanlagen |
optional |
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3.09 |
Transport und Verteilung (nachgelagert) |
empfohlen |
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3.10 |
Verarbeitung der verkauften Produkte |
optional |
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3.11 |
Nutzung der verkauften Produkte |
optional |
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3.12 |
Entsorgung der verkauften Produkte |
empfohlen |
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3.13 |
Vermietete oder verleaste Sachanlagen |
optional |
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3.14 |
Franchises |
optional |
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3.15 |
Investitionen |
optional |
Gemeinsam für die Reduktion von CO2-Emissionen
Die IBA-Mitglieder setzen sich aktiv dafür ein, die ehrgeizigen Klimaziele der EU zu unterstützen. Der europäische Green Deal fordert eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 55% bis 2030 (gegenüber 1990) und Klimaneutralität bis 2050. Deutschland, als primärer Wirkungsraum des IBA, geht mit dem Klimaschutzgesetz noch weiter: 65% weniger Emissionen bis 2030 und Treibhausgasneutralität bis 2045.
Die IBA-Mitglieder wollen ihre Emissionen konsequent senken und so einen spürbaren Beitrag leisten. Dabei berücksichtigen sie die individuellen Rahmenbedingungen der Unternehmen wie Größe, Fertigungstiefe, Standort und Produktfokus, die die Höhe der Emissionen maßgeblich beeinflussen und direkte Vergleiche erschweren.
Trotz dieser Unterschiede zeigt sich ein klares Muster: Der größte Anteil der Emissionen liegt mit mehr als 80% in Scope 3, insbesondere geprägt durch die eingesetzten Eingangsmaterialien. Diese Gemeinsamkeit unterstreicht, wo alle Unternehmen ansetzen müssen, um einen Beitrag zu den europäischen Klimazielen zu leisten.
Scope 1 – Direkte Emissionen aus eigenen Anlagen und Fahrzeugen
Die größten Emissionsverursacher in Scope 1 sind Heizungen sowie, sofern vorhanden,
LKW- und Dienstwagenflotten.
Herausforderung:
Wärmeversorgung und Warenauslieferung sind für die Produktion unverzichtbar.
Ansatz zur Reduktion:
- Bei Verarbeitung von großen Mengen Holz: Nutzung von Holzheizungen durch Verbrennung von Produktionsresten, die bereits geringe Emissionen verursachen.
- Für den LKW-Fuhrpark sind Wasserstoff- oder Elektro-LKW noch nicht flächendeckend verfügbar. Die weitere Entwicklung wird aufmerksam verfolgt, um möglichst bald alternative Antriebsenergien nutzen zu können.
Scope 2 – Indirekte Emissionen aus eingekauftem Strom
Ansatz zur Reduktion:
- Eigenproduktion von Strom durch Photovoltaik und Windkraft.
- Bezug von zertifiziertem Ökostrom.
- Kontinuierliche Optimierung der Energieeffizienz in der Produktion und Verwaltung.
Scope 3 – Indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette
Der größte Anteil der Emissionen wird verursacht durch den Einkauf von Produktions-materialien, besonders Stahl, Aluminium, Kunststoffe, Schäume, Textilstoffe und Holzwerkstoffe.
Herausforderung:
Die Materialbeschaffung ist entscheidend für die Produktionsleistung. Die Emissionswerte sind stark abhängig von den Vorlieferanten.
Ansatz zur Reduktion:
- Materialeinsparung und Erhöhung des Recyclinganteils.
weitere Maßnahmen können sein:
- Transportoptimierung bei Anlieferung und Auslieferung:
Datenlage der Speditionen oft unvollständig (nur km-Angaben oder Gesamttonnage). - Schaffen von Anreizen zur Verringerung der Emissionen aus Pendelleistung der Mitarbeitenden.
- Entsorgung genauer bewerten und optimieren:
Einheitliche Bilanzierungsdatenbank für Recycling und Verbrennung notwendig. - Aktivitäten im Bereich der Kreislaufwirtschaft (R‑Strategien) verstärken.