ORGATEC

Afterwork workout 2016

Was leistet der Arbeitsplatz der Zukunft?

Wie werden künftige Arbeitsmodelle gestaltet? Wie werden wir und unser Arbeitsplatz „smarter“? Wie greifen räumliche Interventionen in den Arbeitsprozess ein und was sind mögliche Utopien für die Erwerbswelt als ökonomisches Feld?

Mit diesen Fragen setzte sich – unterstützt durch den IBA – eine Studierendengruppe der Peter Behrens School of Arts (PBSA) der Hochschule Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Bernhard Franken und Prof. Laurent Lacour im Sommersemester 2016 auseinander.

Vom 25. bis 29.10.2016 stellten sie ihre Ergebnisse auf der ORGATEC in Köln vor: 30 Studierende präsentierten insgesamt 12 Vorschläge für die Lebens- und Arbeitswelt der Zukunft. Radikale und pragmatische Konzepte bilden ein Wechsel­spiel der Möglichkeiten.


Impressionen


So war’s

Am Vorabend der ORGATEC 2016 waren die einzelnen Kojen noch leer, aber der Rahmen stand. Gut sichtbar hatten die Studenten der Peter Behrends School of Arts (PBSA) im Boulevard Nord der Kölner Messehallen graue Cubicles aufgebaut. Auf den Wänden standen in großen schwarzen Buchstaben Aussagen wie „You can do it.“, „Slow is beautiful.“ und ganz prominent „The office is dead.“. So mancher Aussteller, der in den Abendstunden noch an seinem eigenen Stand arbeitete, nahm das verwundert zur Kenntnis. Anlass für Fragen bot die Sonderfläche aber erst am nächsten Morgen, dem Eröffnungstag der ORGATEC. Über Nacht waren sämtliche Texte übersprüht worden und statt „The office is dead.“ stand da jetzt ganz branchenfreundlich: „The office will never die!“. Was war geschehen? Vandalismus? Oder hatten der IBA und die Koelnmesse interveniert? Nichts von alledem war der Fall.

Die Studenten und Studentinnen des Masterstudiengangs Kommunikationsdesign hatten bei ihrem Projekt unter Führung der Professoren Laurent Lacour und Bernhard Franken ausdrücklich freie Hand. Sie sollten ihre Sicht auf die Arbeit der Zukunft präsentieren. IBA und Koelnmesse als Träger des Projekts hatten sich gewünscht, einmal nicht über die Wünsche der Generationen Y und Z zu sprechen, sondern diese direkt zu Wort kommen zu lassen.

Schon in den ersten Zwischenpräsentationen war klar, dass einige Antworten kritisch ausfallen würden. Nicht weil die Gestaltungsspielräume, die die „New Work“ kennzeichnen, für sie ohne Reiz wären, sondern weil sie den Eindruck hatten, dass vielerorts von flexiblen Arbeitsbedingungen geredet wird, wenn ungeregelte Arbeitsverhältnisse gemeint sind. Auch mit dem Trend zu Open Spaces und non-territoriale Büros setzten sich die Studentinnen und Studenten kritisch auseinander. Sind die neuen Bürolandschaften eine Bereicherung? Oder geht es nur darum, Flächeneinsparungen und den Verlust des eigenen Rückzugsraums schön zu verpacken?

Insofern war es ein Signal, dass viele der in Einzelarbeit oder kleinen Gruppen erarbeiteten Konzepte den Tisch zum Identifikationsmerkmal erhoben: in einen Fall ganz praxisnah mit faltbarer Haube für den kleinen Rückzug im Büro, in einem anderen als zentrales Element einer Performance, bei der zunächst, unter Anleitung der Messebesucher, ein Arbeitsplatz zerstört wurde, um ihn anschließend neu erschaffen zu können. Auch die Cubicles waren bewusst als Kontrapunkt zur Auflösung individualisierbarer Arbeitsplätze gewählt und das harmlos wirkende „The office will never die!“ hatten die Studenten selbst gesprüht, als Mahnung an künftige Arbeitgeber und die Büroeinrichtungsbranche, nicht fahrlässig alles über Bord zu werfen, was ihnen Identifikation und Sicherheit bietet.


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