Beschreibung fehlt
Vorschriften

DIN – EN – ISO

Expertenwissen

National, Europäisch oder International?

Die Bezeichnung einer Norm, also beispielsweise DIN EN 1335-1:2002-08: Büromöbel - Büro-Arbeitsstuhl - Teil 1: Maße; Bestimmung der Maße; Deutsche Fassung EN 1335-1:2000 verraten nicht nur, welche Themen diese behandelt, sie informieren auch über die zuständigen Normungsgremien, das Verbreitungsgebiet und das Alter einer Norm.


Verbreitungsgebiet

Wer eine Norm erstellt hat und wo diese gültig ist, lässt sich an den vorangestellen Abkürzungen ablesen.

DIN (z. B. DIN 33402-2) – DIN-Norm mit nationalem Ursprung und vorwiegend nationaler Bedeutung. Es ist jedoch nicht unüblich, dass sich auch andere Länder auf DIN-Normen beziehen.

DIN VDE – Normen mit nationalem Ursprung, die Themen der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik betreffen und gemeinsam von DIN und VDE erarbeitet wurden.

DIN EN (z.B. DIN EN 527-1) – DIN-Norm deren Inhalt unverändert von einer EN-Norm übernommen wurde. EN-Normen müssen von den im CEN vertretenen Ländern übernommen werden. Widersprechende nationale Regelungen dürfen nicht getroffen werden.

DIN ISO – DIN-Norm deren Inhalt unverändert von einer ISO-Norm übernommen wurde. In diesen Fällen haben sich die zuständigen CEN-Gremien gegen eine Übernahme in das europäische Regelwerk entschieden. Die nationalen Normungsinstitute können in diesen Fällen unabhängig entscheiden, ob sie die ISO-Norm in ihr nationales Regelwerk übernehmen wollen.

DIN EN ISO (z. B. DIN EN ISO 9241) – Normen, die entweder unter der Federführung von ISO oder von CEN entstanden und von beiden Organisationen veröffentlicht wurden. Als EN-Normen müssen diese von den im CEN vertretenen Ländern übernommen werden.

DIN Spec (z.B. DIN SPEC 1133) – DIN Spezifikationen sind Dokumente, die unterhalb der Normungsebene angesiedelt sind. Zu unterscheiden sind im wesentlichen DIN SPEC, die in einem nationalen oder europäischen Normungsgremium erarbeitet wurden (frühere Bezeichnung: „DIN Fachbericht”), und Dokumente, die außerhalb der regulären Normungsgremien erarbeitet wurden. Letzte können beispielsweise Unternehmens- oder Branchenstandards sein.

Normentwürfe werden zur Einsicht und Stellungnahme veröffentlicht. Gekennzeichnet werden Normentwürfe durch die Zusätze E DIN bzw. durch prEN.


Alter

Das Ausgabedatum der Normen wird nach dem Doppelpunkt genannt. DIN EN 527-1:2011-08 bedeutet folglich, dass diese Norm im August 2011 veröffentlicht wurde.

Normen müssen im 5-Jahresrhythmus von den zuständigen Gremien überprüft werden. Sind die Norminhalte noch aktuell und relevant, verlängert sich ihre Gültigkeit um weitere 5 Jahre.


Herausgeber

DIN – Deutsches Institut für Normung e.V. mit Sitz in Berlin. Es ist die nationale Normungsorganisation der Bundesrepublik Deutschland.

CEN – Europäisches Komitee für Normung. Die Zuständigkeit des CEN umfasst alle Normungsbereiche mit Ausnahme der Elektrotechnik und der Telekommunikation. Mitglieder sind die Normungsorganisationen folgender Länder: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Island, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern. Offizielle Sprachen des CEN sind Englisch, Französisch und Deutsch. Für europäische Normen im Bereich Elektrotechnik ist das CENELEC zuständig. CEN und CENELEC teilen sich ein gemeinsames Büro in Brüssel.

ISO – Internationale Organisation für Normung. Wie CEN ist ISO für alle Normungsbereiche zuständig außer für Elektrik und Elektronik. Mittlerweile sind über 150 Länder in der ISO vertreten. Deutschland wir durch das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) vertreten. Offizielle Sprachen der ISO sind Englisch und Französisch. Für internationale Normen im Bereich Elektrotechnik ist das IEC zuständig. ISO und IEC haben ihre Sitze in Genf.