01.12.2021
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Arbeitsorte

Vom 3rd- zum 5th-Places-Modell

Der perfekte Arbeitsplatz kann überall sein. Wer flexibel arbeiten möchte, muss sich nicht mehr auf Büro, Homeoffice oder Coworking Spaces beschränken. Lassen es die Aufgaben zu, können sie auch unterwegs oder an einem beliebigen anderen Ort bearbeitet werden.

Selbst eine Bibliothek oder ein Gemeindezentrum kann der perfekte Ort sein, um effizient zu arbeiten. „Homes away from home“, glücklich machende Orte, können künftig ebenso gut zum Arbeiten genutzt werden. Die Theorie der Third Places, die von Plätzen handelt, an denen man gern seine Zeit verbringt und hier auch arbeitet, beschrieb der bekannte US-Sozialökonom Ray Oldenburg bereits Anfang der 1980er Jahre. Heute hat Oldenburgs Modell eine Erweiterung erfahren. Man spricht nicht mehr nur von drei Lebensräumen, sondern von fünf Plätzen, die gleichzeitig Arbeitsorte sein können.

Arbeit ist kein Ort mehr, sondern ein Ergebnis

Oldenburg kategorisierte Lebensräume in seiner Theorie nach Plätzen. Zu Hause ist das Homeoffice, der First Place. Das Firmenbüro stellt den Second Place dar. Coworking Spaces und andere Stätten der Kollaboration sind die sogenannten Third Places. Die Corona-Pandemie und die damit verbundene Transformation der Arbeitswelt haben weitere Plätze auf den Plan gerufen, die das Modell von Oldenburg künftig erweitern können. So meint der Fourth Place die Zeit zwischen zu Hause und Büro. Die Fifth Places umfassen alle Arbeitsorte, an denen es gefällt. Arbeit wird künftig nicht mehr nur im klassischen Büro stattfinden, sondern ortsunabhängig an genau diesen fünf alternativen Arbeitsorten. Derzeit laufen in Deutschland einige Modellprojekte, die sich mit dieser Aufgabenstellung befassen, unter anderem spaces4future um das Team von Bernd Fels (if5 anders arbeiten).

Das Büro wird zum Hub

Die These steht im Raum, dass wir künftig noch dezentraler arbeiten werden. Flexibilität von Zeit und Ort werden an Wichtigkeit gewinnen. Dabei wird das Büro aber nicht obsolet. Es ist ein Ort, der verbindet und Austausch ermöglicht. Menschen, die Projekt- und Pionierarbeit verrichten, benötigen weiterhin den sozialen Austausch, das Netzwerk und die direkte Begegnung mit Kollegen. Arbeiten findet künftig an keinem festen Ort mehr statt, sie ist ein Ergebnis. Organisationen funktionieren nach dem „Hub and Spokes“-Prinzip, nach dem die Unternehmenszentrale wichtig für die Mitarbeiterbindung und die Markenbildung ist, die Speichen aber die Arbeitsorte sind, an denen die Arbeitsergebnisse „passieren“. Anderswo anders zu arbeiten wird mit der Weiterentwicklung des Third-Places-Modells möglich.


MEHR ZUM THEMA

Anhand von 3P, 4I, 5K und 5 Orten beschrieb Bernd Fels, Mitbegründer des Beratungsunternehmens if5 anders arbeiten und der Initiative spaces4future, am 1. Juli 2021 im IBA Forum die künftige Arbeitswelt. Den Mitschnitt des Vortrags finden Sie im Media Center des IBA Forum.