13.01.2021
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THEMA

Arbeit im Homeoffice

SAP, Telekom, Deutsche Bank, sie alle rechnen fest damit, dass ihre Beschäftigten auch nach Corona mehr oder weniger regelmäßig im Homeoffice arbeiten werden. Zwei bis drei Tage mobiles Arbeiten stehen bei Siemens auf dem Plan. Das dürfte die meisten Arbeitnehmer freuen. Alle einschlägigen Befragungen der letzten Monate bestätigen ein mehrheitlich hohes Interesse an räumlich flexiblem Arbeiten.

Große Zufriedenheit

In einer durch den IBA beauftragten repräsentativen Umfrage im Dezember 2020 sagten 73 % der Beschäftigten, dass sie ihr Homeoffice gerne dauerhaft nutzen wollen, und zwar häufiger als vor Corona. Weitere 13 % wollen genauso häufig wie vor der Pandemie zu Hause arbeiten. Lediglich 14 % wollen dem Homeoffice weitgehend den Rücken kehren. Dennoch bevorzugen die meisten Teilnehmer der Befragung durch das Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa das gemeinsame Büro als vorrangigen Arbeitsort. Ein Grund dafür ist der persönliche Kontakt zu den Kollegen, den während des ersten Lockdowns vier von fünf Arbeitnehmern vermisst haben.

Hohe Produktivität

Zu den Argumenten für das Homeoffice zählen aus Arbeitnehmersicht der Wegfall von Fahrtzeiten, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die höhere Produktivität. Letztere ist gemäß einer Erhebung im Rahmen des Forschungsprojekts OFFICE 21 des Fraunhofer IAO im Frühjahr dieses Jahres schnell gestiegen und verharrt seither auf vergleichsweise hohem Niveau. Dafür haben die meisten Beschäftigten längere Arbeitszeiten in Kauf genommen und auch abends oder am Wochenende gearbeitet. Ein weiterer Grund für die vergleichsweise hohe Produktivität könnte sein, dass viele Arbeitnehmer zu Hause bessere Bedingungen für konzentriertes Arbeiten vorfinden als an ihren Arbeitsplätzen im Büro. Die besten Voraussetzungen haben hier naturgemäß diejenigen, die einen separaten Arbeitsraum nutzen können (laut IBA-Umfrage 43 %). Ihre Produktivität lag laut Fraunhofer IAO signifikant über derjenigen von Homeworkern, die in der Küche, dem Wohn- oder Schlafzimmer oder an wechselnden Orten arbeiten.

Kritische Stimmen

Es gibt aber auch Stimmen, die vor zu viel Euphorie warnen. Rainer Wieland, Professor für Arbeitspsychologie und Vorstandmitglied des Fachverbands Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit PASiG e.V., meinte gar in einem FAZ-Interview, mit dem Homeoffice sei es vielleicht wie mit einer Ehe: Zu Beginn sei alles aufregend und wunderbar, später könnten die gleichen Dinge zum Problem werden. Das Team des Fraunhofer IAO würde solche Vergleiche vermutlich meiden, aber auch dort gibt man zu bedenken, dass das Engagement der Arbeitnehmer nicht unbegrenzt lange auf dem hohen Niveau des Krisenjahres 2020 verbleiben könne. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Demmer erklärte gegenüber dem Handelsblatt, dass er relativ früh in der Krise für eine Rückkehr ins Büro geworben habe, um Spannungen im Unternehmen zu vermeiden. Auch Prof. Dr. Wilhelm Bauer, Leiter des Fraunhofer IAO, und Hendrik Hund, Vorsitzender des IBA, thematisierten während eines Panels zur Arbeit im Homeoffice (siehe NetNews #4) mögliche Auswirkungen auf den innerbetrieblichen Zusammenhalt und die Einbindung neuer Mitarbeiter.

Trotzdem: Das Homeoffice wird sich weiter etablieren, und es wird eine Bereicherung sein – zumindest dort, wo sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht einfach mit dem derzeitigen Status quo zufriedengeben. In jedem Fall gibt es einiges zu bedenken, ehe Details der Arbeit im Homeoffice festgelegt werden. Der IBA möchte mit seinem IBA Forum einen Beitrag dazu leisten, mit neuen Showrooms und einem „Homeoffice Spezial” am 20. und 21. Januar 2021. Anmeldungen zu dem kostenfreien Programm sind unter www.iba-forum.com möglich.

Zunächst einmal wünschen wir aber Ihnen, Ihren Kollegen und Mitarbeitern einen guten Start ins Jahr 2021, Gesundheit und ein gutes Gelingen auf dem Weg in eine hybride Arbeitswelt.

Ihr IBA-Team


Die Verweise auf FAZ und Handelsblatt beziehen sich auf folgende Beiträge:
Handelsblatt, Zurück nach Hause, 4. November 2020, S. 18ff.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Zurück ins Homeoffice, 11. November 2020, S. C1.

Das Titelbild dieses Beitrags zeigt den Homeoffice-Showroom der PALMBERG Büroeinrichtungen + Service GmbH im IBA Forum. Die weiteren Abbildungen zeigen von links nach rechts Homeoffice-Showrooms der Unternehmen Assmann, Hund, Interstuhl und Thonet. Alle Showrooms sind zu erreichen unter www.iba-forum.com.