18.05.2020
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Rückkehr ins Büro

Bitte Abstand halten!

Noch empfiehlt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), möglichst wenige Arbeitnehmer aus dem Homeoffice in die Büros zurückzurufen. Trotzdem sollten Unternehmen schon jetzt mit den Vorbereitungen dafür beginnen.

Persönliche Kontakte minimieren

Wo möglich, sollten Teams weiterhin in mindestens zwei Gruppen unterteilt werden, die zu unterschiedlichen Zeiten ins Büro kommen. Das reduziert die Personendichte. Gleichzeitig erhöht sich die Chance, dass im Falle einer Ansteckung ein Teil des Teams weiterarbeiten kann.

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Oberstes Gebot: Abstand halten und direkten Körperkontakt vermeiden. Bild: iStock Lupe_grau

Abstandsregeln einhalten

Obwohl man noch nicht sehr viel über SARS-CoV-2 weiß, scheint klar zu sein, dass sich das Virus zum größten Teil über Tröpfcheninfektionen verbreitet. Dabei gehen Mediziner und Virologen davon aus, dass Infizierte das Virus auch schon dann übertragen können, wenn sie selbst noch keine auffälligen Symptome zeigen. Deshalb sollten Beschäftigte einen Abstand von mindestens 1,50 m einhalten.

Dafür gilt es unter anderem, die Aufstellung der Arbeitsplätze zu kontrollieren. Das Arbeitsstättenrecht in Deutschland ist dafür eine gute Basis. Dennoch können zusätzliche Anpassungen erforderlich sein:

  • Die Mindesttiefe für Schreibtische beträgt 80 cm. Der Abstand von 1,50 m wird bei Blockaufstellungen somit nur eingehalten, solange sich keiner der beiden Nutzer nach vorn beugt. Wenn keine Möglichkeit besteht, einen der beiden Plätze freizulassen, sollte eine zusätzliche Abschirmung angebracht werden. Diese muss deutlich über die Mund- und Nasenhöhe hinausragen. Bei Sitz-/Steh-Arbeitstischen müssen die Abschirmungen so angebracht werden, dass sie sich zusammen mit der Arbeitsfläche nach oben oder unten bewegen.
  • Die Mindestbreite von Standardarbeitsplätzen beträgt 1,60 m. Das Arbeitsstättenrecht lässt aber Ausnahmen zu. Bei der Arbeit an Benches oder anderen in Reihe aufgestellten Tischen kann unter bestimmten Voraussetzungen die Arbeitsplatzbreite auf 1,20 m verringert werden. Auch für diese Konstellationen gilt es, Abstände zu vergrößern und/oder zusätzliche Abschirmungen anzubringen.
  • Empfehlenswert ist zudem eine seitliche Abgrenzung von Arbeitsplätzen zu angrenzenden Wegeflächen. Auch hier ist auf eine ausreichende Höhe zu achten.
  • Soweit irgend möglich sollte für alle Wege innerhalb und außerhalb der Büroräume eine Laufrichtung festgelegt und markiert werden.
Raumgliederungselemente bieten zusätzlichen Schutz. Bild: Preform
Raumgliederungselemente bieten zusätzlichen Schutz. Bild: Preform Lupe_grau

Schmierinfektionen vermeiden

Der zweite Übertragungsweg sind Schmierinfektionen, bei denen Viren über Oberflächen auf die Hände gelangen und mit ihnen auf die Schleimhäute des Gesichts übertragen werden. Um dies zu verhindern, sollten neben der Handhygiene mit Seife und ggf. mit Desinfektionsmitteln weitere Maßnahmen ergriffen werden:

  • Bei der regelmäßigen Desinfektion von möglichen Übertragungsflächen sollten sie auch an Griffe gemeinschaftlich genutzter Schränke denken.
  • Unternehmen, in denen üblicherweise nonterritorial oder im Desk-Sharing gearbeitet wird, sollten übergangsweise eine Zuordnung der Beschäftigten zu einzelnen Arbeitsplätzen festlegen. Wo dies nicht möglich ist, müssen Arbeitsflächen regelmäßig mit geeigneten Mitteln desinfiziert werden. Tastatur und Maus sollten möglichst nur von ein und derselben Person genutzt werden. In einer US-amerikanischen Studie konnten SARS-CoV-2-Viren auf Plastik (PP) und Stahl noch zwei bis drei Tage nach ihrer Aufbringung nachgewiesen werden.

Verhaltensregeln festlegen

Basis all dieser Maßnahmen sollte eine detaillierte Gefährdungsanalyse sein. In ihrem Rahmen können Sie auch ermitteln, wo die Festlegung von Verhaltensregeln erforderlich ist. Unbedingt dazu gehören Erläuterungen zu den Abstandsregeln und zur Handhygiene, eine Niesetikette und die Aufforderung zu häufigem Lüften der Räume. Keine Angst haben müssen Sie übrigens vor Klimaanlagen. Auch diese transportieren die Raumluft nach außen.

Unser Tipp: Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter in die Festlegung der Maßnahmen und die Formulierung der Verhaltensregeln ein. Sie denken sicher an Einzelheiten, die Ihnen sonst vielleicht nicht einfallen. Außerdem ist es leichter, selbst aufgestellte Regeln zu beachten.


Weitere Informationen und Hilfestellungen zur Erstellung Ihrer Gefährdungsbeurteilungen finden Sie z. B. unter den FAQs zu Coronavirus SARS-CoV-2 der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft in den SARS-CoV-Empfehlungen zum Arbeitsschutz des BMAS.