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Brucity in Brüssel: Ein Rathaus als urbane Arbeitswelt der Zukunft

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Brucity in Brüssel. Bild: Pami
IBA Redaktionsteam IBA Redaktionsteam ·
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Mit Brucity hat die Stadt Brüssel ein neues Verwaltungszentrum geschaffen, das weit über die klassische Funktion eines Rathauses hinausgeht. Das Gebäude bündelt zahlreiche zuvor verteilte kommunale Dienstleistungen an einem zentralen Ort und verbindet moderne Arbeitswelten mit öffentlicher Zugänglichkeit, Nachhaltigkeit und architektonischer Offenheit. Im Herzen der belgischen Hauptstadt ist so ein Projekt entstanden, das zeigt, wie öffentliche Verwaltung im 21. Jahrhundert räumlich organisiert werden kann.

Ein neues Zentrum für die Stadtverwaltung

Brucity wurde entwickelt, um verschiedene Verwaltungsstandorte der Stadt Brüssel an einem Ort zusammenzuführen. Ziele waren, interne Prozesse zu vereinfachen, Wege für die Bürger zu verkürzen und gleichzeitig eine zeitgemäße Arbeitsumgebung für rund 1.700 Beschäftigte zu schaffen. Der Neubau mit rund 37.000 m² Fläche liegt auf dem Gelände des ehemaligen Parking 58 in unmittelbarer Nähe zum historischen Stadtzentrum und übernimmt damit neben der Verwaltungsfunktion auch eine städtebauliche Rolle. Das Gebäude steht für eine Verwaltung, die näher an die Menschen rücken möchte und sich als offen und serviceorientiert versteht. Großzügige Eingangsbereiche, klare Wegeführungen und öffentliche Zonen sollen die Orientierung erleichtern und die Zugänglichkeit erhöhen.

BLICK IN Die BRUCITY: 

Architektur zwischen Stadt und Organisation

Architektonisch verbindet Brucity urbane Präsenz mit Offenheit. Die Glasfassade und das zentrale Atrium stehen symbolisch für Transparenz und Einblick in demokratische Prozesse. Gleichzeitig nutzt die vertikale Struktur die begrenzte innerstädtische Fläche effizient und schafft auf mehreren Ebenen unterschiedliche Zonen von Bürgerkontakt und Servicebereichen über Büroflächen bis hin zu Ratssaal und Dachterrasse. Im Inneren prägen helle Bereiche, offene Sichtachsen und transparente Übergänge die Räume. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die sowohl Bürgernähe als auch professionelle Arbeitsabläufe fördert. Besonders relevant ist die Verbindung zweier Funktionen, die in vielen Verwaltungsbauten traditionell getrennt sind: öffentliche Services für Bürger und interne Zusammenarbeit der Verwaltung.

Moderne Arbeitswelten für die öffentliche Verwaltung

Die Anforderungen an Verwaltungsarbeit verändern sich. Digitale Prozesse, hybride Zusammenarbeit, interdisziplinäre Teams und steigende Serviceerwartungen führen dazu, dass klassische Zellenbüros vielerorts an ihre Grenzen stoßen. Brucity reagiert darauf mit einer flexiblen Workplace-Strategie. Unterschiedliche Arbeitszonen ermöglichen konzentriertes Arbeiten ebenso wie Projektarbeit, spontane Abstimmungen oder vertrauliche Gespräche. Ergänzt werden klassische Büroarbeitsplätze durch Meetingbereiche, Rückzugsräume und kommunikative Flächen. Damit folgt das Projekt einem Trend, der längst nicht mehr nur in privaten Unternehmen sichtbar ist: Auch öffentliche Organisationen benötigen Arbeitsumgebungen, die produktiv, attraktiv und anpassungsfähig sind.

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Möblierung als Teil des Gesamtkonzepts

Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Einrichtung. Pami war bei Brucity sowohl als Workspace-Designer als auch als Hersteller der Büro- und Objektmöblierung beteiligt – eine Kombination, die für das Projekt von zentraler Bedeutung war. Als belgischer Anbieter mit eigener Produktion konnte Pami die Möbel lokal fertigen und zugleich kundenspezifische Lösungen nach den Vorgaben von Stadt und Architekten realisieren. Durch die Nähe von Entwurf und Produktion war es möglich, Qualität, Nachhaltigkeit und Lieferzeiten zu kontrollieren und dennoch individuelle Lösungen umzusetzen.

Das Projekt ist ein Beispiel für Co-Creation: Die Arbeitsplätze wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Architektenteam entwickelt, das Sit-Stand-Konzept für die Workstations entstand im direkten Austausch zwischen Architektur und der F&E‑Abteilung von Pami. So ließ sich die architektonische Vision in eine skalierbare, betrieblich praktikable Lösung mit modularen Elementen übersetzen, die sich in das Gesamtkonzept einfügen und unterschiedliche Nutzungsszenarien unterstützen. Dabei wurde die Möblierung in Abstimmung mit Architektur, Nutzungskonzept und betrieblichen Abläufen entwickelt. Ergonomische Arbeitsplätze, flexible Besprechungslösungen, Stauraumkonzepte und gemeinschaftlich nutzbare Zonen greifen ineinander und unterstützen unterschiedliche Arbeitsweisen. Gerade bei Projekten dieser Größenordnung beeinflusst die Möblierung nicht nur den Komfort, sondern auch die Akustik, die Flächeneffizienz und das tägliche Nutzererlebnis.

Nachhaltigkeit als Planungsprinzip

Brucity wurde als passives, energieeffizientes Gebäude mit der BREEAM-Zertifizierung „Very Good“ realisiert und erfüllt damit hohe Nachhaltigkeitsanforderungen. Bereits in der Planungsphase spielten Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Langlebigkeit sowohl beim Bau als auch bei der Ausstattung eine große Rolle. Die Stadt Brüssel verfolgte das Ziel, zirkuläre Prinzipien bei der Möblierung anzuwenden und vorhandene Ressourcen möglichst weiterzunutzen. Teile des bestehenden Mobiliars wurden aufgearbeitet und in neue Nutzungskontexte überführt, andere durch langlebige, wartungsfreundliche Lösungen ergänzt. Pami kombinierte dafür eigene nachhaltige, zirkuläre Produkte mit sorgfältig ausgewählten Partnerlösungen, um eine stimmige und funktionale Arbeitsumgebung zu schaffen. So leistet die Einrichtung einen wichtigen Beitrag zur Gesamtperformance des Gebäudes – insbesondere im stark frequentierten öffentlichen Bereich, in dem Nachhaltigkeitsziele zunehmend auch im Vergaberecht und in Ausschreibungen verankert sind.

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Verwaltung als Service-Ort

Ein wesentliches Merkmal von Brucity ist die neue Rolle des Verwaltungsgebäudes als öffentlicher Ort. Bürger betreten kein klassisches Amtshaus, sondern eine moderne Serviceumgebung mit klarer Orientierung und zeitgemäßer Atmosphäre. Das verändert auch die Wahrnehmung von Verwaltung: Räume senden Signale und können Offenheit, Professionalität und Verlässlichkeit vermitteln. Viele Städte und Kommunen in Europa stehen derzeit vor ähnlichen Fragen: Wie lassen sich verteilte Verwaltungsstandorte bündeln? Wie können öffentliche Gebäude effizienter genutzt werden? Welche Arbeitswelten braucht moderne Verwaltung? Wie verbindet man Nachhaltigkeit mit Servicequalität und Wirtschaftlichkeit? Brucity liefert auf mehrere dieser Fragen konkrete räumliche und organisatorische Antworten und hat damit Signalwirkung über Belgien hinaus. Besonders bemerkenswert ist die doppelte Perspektive des Projekts: Brucity wurde sowohl für die Beschäftigten als auch für die Bürger entwickelt. Für Beschäftigte bietet das Gebäude moderne Arbeitsplätze, eine bessere interne Vernetzung und attraktivere Arbeitsbedingungen. Für Besucher bietet es eine bessere Orientierung, zentralisierte Services und ein zeitgemäßes Nutzungserlebnis. Wo beide Perspektiven zusammenkommen, entsteht echte Zukunftsfähigkeit. Denn gute Verwaltungsgebäude müssen heute interne Effizienz und externe Servicequalität gleichermaßen ermöglichen.

Fazit: Wenn öffentliche Räume Zukunft gestalten

Mit Brucity ist in Brüssel ein Projekt entstanden, das exemplarisch für eine neue Generation öffentlicher Gebäude steht. Es vereint Verwaltung, Arbeitsplatzgestaltung, Nachhaltigkeit und Bürgernähe in einem architektonisch klaren Gesamtbild. Die von Pami realisierte Möblierung unterstützt dieses Konzept mit funktionalen, langlebigen und ergonomischen Lösungen. Sie fügen sich in die Gesamtstrategie des Hauses ein und zeigen zugleich den Mehrwert der Kombination aus Workspace-Design, lokaler Fertigung und Co-Creation mit der Architektur. Das Projekt macht deutlich: Werden Architektur, Organisation und Einrichtung zusammengedacht, entstehen Orte, die mehr leisten als reine Flächennutzung. Sie schaffen bessere Arbeitsbedingungen und Services und stärken im Idealfall die Beziehung zwischen Stadt und Bevölkerung.

Pami zählt zu den führenden belgischen Spezialisten für Büroeinrichtungen und Arbeitsplatzlösungen. Das Unternehmen vereint Workspace-Design und die Entwicklung sowie Produktion von Büromöbeln unter einem Dach und begleitet Projekte von der Konzeption über Entwicklung und Fertigung bis hin zu Transport, Installation und Wiederverwendung. Durch die lokale Produktion in Belgien kann Pami seine Möbel kundenspezifisch an die Anforderungen von Kunden und Architekten anpassen und dabei Qualität, Nachhaltigkeit und Lieferzeiten kontrollieren. Im Mittelpunkt stehen ergonomische Arbeitsplätze, nachhaltige, zirkuläre Lösungen und moderne Arbeitswelten, die sich flexibel an veränderte Anforderungen anpassen lassen. Weitere Informationen unter: https://www.pami.eu

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