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Mehr als vier Wände: Das Büro als Mitarbeitermagnet

WW – Work Culture Festival

Gastbeitrag Sven Mylius: Gebäude wie ein Mitarbeitermagnet. Bild: Drees und Sommer
Sven Mylius Sven Mylius ·
7 Minuten

Lange Zeit war das Büro der zentrale Ort der Wissensarbeit. Heute ist mobiles Arbeiten für viele Arbeitnehmer:innen zur Norm geworden. Mitarbeitende schätzen die Flexibilität und die verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Die Schattenseite sind Leerstände in Büros, ungenutzte Arbeitsplätze und Schreibtische. Im Drees & Sommer Workspace Benchmark Report 2023 gaben mehr als die Hälfte der Befragten die Auslastung ihrer Arbeitsplätze mit 50 Prozent oder weniger an, 63 Prozent erwarteten zukünftig eine Flächenreduktion. Bei der Flächenkonsolidierung treibt viele Unternehmen die Frage um: Wie schaffe ich ein Büro, das wie ein Mitarbeitermagnet funktioniert?

weniger fläche, mehr flexibilität

Laut der aktuellen Konjunkturumfrage des ifo Instituts arbeiteten im Februar 2026 rund 24 Prozent der Beschäftigten in Deutschland mindestens teilweise von Zuhause aus. In manchen Tätigkeitsfeldern des Dienstleistungssektors, etwa bei IT-Dienstleistern, sind es sogar über 75 Prozent¹. Dass mobiles Arbeiten ein fester Bestandteil der Arbeitswelt bleiben wird, darüber waren sich bereits 98 Prozent der Befragten des Drees & Sommer Workspace Benchmark Report 2023 einig. 63 Prozent gingen davon aus, dass der Flächenbedarf pro Arbeitsplatz sinken wird, die Mehrheit darunter erwartete eine Flächenreduktion von 21 bis 30 Prozent. 82 Prozent nutzten bereits ein Desk-Sharing-Prinzip im Unternehmen – das waren 16 Prozent mehr als in der Vorjahres-Umfrage und ein deutlicher Anstieg zu 2021, wo die Nutzung lediglich bei 52 Prozent lag.

¹ Homeoffice-Anteil bleibt stabil bei knapp 25% | Pressemitteilung | ifo Institut

Ergebnisse des Drees & Sommer Workspace Benchmark Report 2023: 82 Prozent der Befragten nutzten bereits ein Desk-Sharing-Prinzip; davon wollten mehr als die Hälfte dieses zukünftig im Unternehmen intensivieren. Von 18 Prozent der Befragten, die noch kein
Ergebnisse des Drees & Sommer Workspace Benchmark Report 2023: 82 Prozent der Befragten nutzten bereits ein Desk-Sharing-Prinzip; davon wollten mehr als die Hälfte dieses zukünftig im Unternehmen intensivieren. Von 18 Prozent der Befragten, die noch kein Desk-Sharing nutzen, wollten es knapp ein Drittel in Zukunft nutzen. © Drees & Sommer SE

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Tausche Fläche gegen Qualität

Ungenutzte Büroflächen sind teuer – zahlreiche Unternehmen haben deshalb bereits reagiert: Beispielsweise werden zwei oder mehr separate B‑Lagen aufgegeben und an einer kleineren A‑Lage zusammengeführt, um einen attraktiveren Standort zu schaffen. Die Umfrageergebnisse bekräftigten die Relevanz des Büros als moderne Arbeitsumgebung, die nicht nur funktional gestaltet ist, sondern vor allem soziale Begegnungen und kollaboratives Arbeiten unterstützt. Anlässe für den Gang ins Büro sind insbesondere die direkte Kommunikation mit Kund:innen und Kolleg:innen, formelle und informelle Besprechungen sowie Teamarbeit.

Ergebnisse des Drees & Sommer Workspace Benchmark Report 2023: 63 Prozent gingen davon aus, dass der Flächenbedarf pro Arbeitsplatz sinken wird. © Drees & Sommer SE
Ergebnisse des Drees & Sommer Workspace Benchmark Report 2023: 63 Prozent gingen davon aus, dass der Flächenbedarf pro Arbeitsplatz sinken wird. © Drees & Sommer SE

Neue Flächenangebote durch Künstliche Intelligenz

Damit das gelingt, müssen Arbeitsumgebungen unterschiedliche Tätigkeiten optimal unterstützen und sich kontinuierlich an neue Formen der Zusammenarbeit anpassen. Dazu tragen nicht nur hybride Arbeitsmodelle bei, sondern zunehmend auch digitale Technologien und künstliche Intelligenz. Wer im Büroalltag verstärkt Sprachassistenten, KI-Anwendungen oder virtuelle Meeting-Tools nutzt, benötigt geeignete Rückzugsorte, um konzentriert arbeiten zu können, sowie Räume mit anders verstandener und vor allem guter Akustik für ungestörte Interaktionen. Beispielsweise können sogenannte Prompting Zones in den Flächen Einzug erhalten, die für Nutzer der Spracheingaben relevant sind, um hier unter Gleichgesinnten zu prompten.

In Zukunft immer wichtiger: Health and Wellbeing

Zudem gewinnt das Thema Gesundheit und Wohlbefinden (englisch „Health and Wellbeing“) an Relevanz. Arbeitnehmende suchen ein Arbeitsumfeld, das ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden fördert – angefangen bei der Flexibilität des Arbeitsmodells, über Architektur und Gestaltung der Räumlichkeiten bis hin zu Führung, Kommunikation und Unternehmenskultur. Diese Themen sind eng miteinander verknüpft und bilden die Grundlage für ein gesundes und produktives Arbeitsumfeld. 82 Prozent der Befragten erachteten das Thema Health and Wellbeing zukünftig als wichtig bis sehr wichtig. Gleichzeitig setzten die Unternehmen das Thema noch nicht ausreichend in ihrer Führung und Strategie um. Es bedarf konkreter Zahlen, um dem Topmanagement die Bedeutung von Health and Wellbeing aufzuzeigen. Beispielsweise lassen sich mittels eines Health and Wellbeing Scorings weiche Faktoren wie Gesundheit und Wohlbefinden messen und Maßnahmen zur Steigerung von Health and Wellbeing mit wirtschaftlichen Kennzahlen wie Produktivität, Fluktuation oder Mitarbeitendenbindung hinterlegen.

Seien Sie dabei

Wherever Whenever – Work Culture Festival 2026 Vom 27. bis 30. Oktober 2026 bringt das Wherever Whenever – Work Culture Festival erneut Entscheidungsträger und Visionäre aus aller Welt auf der ORGATEC zusammen.

Junge Generation fordert Flexibilität, Ausstattung und Kultur

Eine der bemerkenswertesten Veränderungen in der Arbeitswelt ist die Integration der nächsten Generation in das Arbeitsleben. Sie bringt eine einzigartige Perspektive und eine Reihe bestimmter Erwartungen an Arbeitgeber und Bürokonzepte mit. Dazu zählen neben mehr Flexibilität und Desk-Sharing auch die Identifikation mit dem Büro, Diversität und Teambuilding. 38 Prozent der Befragten nahmen durch die neue Generation bereits eine Veränderung in ihren Bürokonzepten wahr oder erwarteten diese für die Zukunft. Unternehmen, die auf Flexibilität, räumliche Ausstattung und Kultur Wert legen, zählen zu den Vorreitern und schaffen sich eine hohe Arbeitgeberattraktivität bei jungen und zukünftigen Mitarbeitenden.

Bewusstsein für New Work wächst

Insgesamt wächst das Bewusstsein für die Veränderung der Arbeitswelt. 91 Prozent der Teilnehmenden hielten es für sehr relevant, eine Strategie für den zukünftigen Umgang mit New Work Spaces zu haben. Von diesen Teilnehmenden hatten 45 Prozent bereits eine fertige Strategie entwickelt, die in ihre Unternehmensstrategie passt.

Auch wenn andere Orte das Büro als Arbeitsort ergänzen, bleibt es zukunftsfähig. Dabei kommt es nicht auf die Größe der Fläche, sondern in erster Linie auf deren Qualität und Lage an. Das Büro der Zukunft ist ein Mitarbeitermagnet durch Mehrwert, Freiwilligkeit und intrinsische Motivation. Eine attraktive, bedarfsgerechte, technisch optimierte und gesunde Arbeitsumgebung fördert die Bindung der Mitarbeitenden an das Büro und damit an das Unternehmen.

Über den Workspace Benchmark Report 2023:

In einer anonymen Umfrage wurden im August und September 2023 insgesamt 181 Personen aus verschiedenen Unternehmen und rund 20 unterschiedlichen Branchen befragt. 37 Prozent davon stammen aus Unternehmen mit mehr als 1.500 Mitarbeitenden, 31 Prozent aus dem Mittelstand mit 201 bis 1.500 Mitarbeitenden und die übrigen 32 Prozent repräsentieren kleine Firmen mit 50 bis 200 Mitarbeitenden. 80 Prozent der Teilnehmenden arbeiten in den Branchen Automotive, Industrie, Information and Communication Technology (ICT), öffentliche Verwaltung und Property Companies. Der Workspace Benchmark Report steht hier zum Download bereit: https://www.dreso.com/de/workspace-benchmark-report.

Neuer Benchmark Report ab Oktober 2026 verfügbar

Die Ergebnisse des neuen Workspace Benchmark Reports von Drees & Sommer erscheinen im Oktober 2026 und werden auf dem Wherever Whenever – Work Culture Festival 2026 im Rahmen der Messe ORGATEC vorgestellt.

Impressionen aus den Drees & sommer Büros:

 

Buchbare Räume für die konzentrierte Einzelarbeit finden die Mitarbeitenden im neuen Bürogebäude „OWP12“ am Drees & Sommer-Hauptsitz in Stuttgart ebenso wie einladende Flächen für den spontanen Austausch. © Drees & Sommer / Jürgen Pollak
Buchbare Räume für die konzentrierte Einzelarbeit finden die Mitarbeitenden im neuen Bürogebäude „OWP12“ am Drees & Sommer-Hauptsitz in Stuttgart ebenso wie einladende Flächen für den spontanen Austausch. © Drees & Sommer / Jürgen Pollak
Die Arbeitgebermarke erleben: Unter „the blue way“ versteht Drees & Sommer eine Grundhaltung, in allem Denken und Handeln Ökonomie und Ökologie zu vereinen. © Drees & Sommer / Maximilian Schwarz
Die Arbeitgebermarke erleben: Unter „the blue way“ versteht Drees & Sommer eine Grundhaltung, in allem Denken und Handeln Ökonomie und Ökologie zu vereinen. © Drees & Sommer / Maximilian Schwarz
Kreativräume mit flexiblen Möbeln lassen sich individuell anpassen und bieten vielfältige Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. © Drees & Sommer
Kreativräume mit flexiblen Möbeln lassen sich individuell anpassen und bieten vielfältige Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. © Drees & Sommer
Das Meeting muss nicht immer am Tisch stattfinden, wie hier im „Innovation Hub“ des Frankfurter Drees & Sommer-Büros. © Drees & Sommer / Peter Neusser
Das Meeting muss nicht immer am Tisch stattfinden, wie hier im „Innovation Hub“ des Frankfurter Drees & Sommer-Büros. © Drees & Sommer / Peter Neusser
Verkehrsflächen wie Flure werden mit flexiblen Möbeln zu Begegnungs- und Kommunikationsräumen. © Drees & Sommer / Peter Neusser
Verkehrsflächen wie Flure werden mit flexiblen Möbeln zu Begegnungs- und Kommunikationsräumen. © Drees & Sommer / Peter Neusser
Hoher Tisch, tiefer Tisch, Hocker oder Stuhl: Die Mitarbeitenden haben die Wahl zwischen unterschiedlich eingerichteten Besprechungsräumen. © Drees & Sommer / Peter Neusser
Hoher Tisch, tiefer Tisch, Hocker oder Stuhl: Die Mitarbeitenden haben die Wahl zwischen unterschiedlich eingerichteten Besprechungsräumen. © Drees & Sommer / Peter Neusser
Büro mit Lokalbezug: Am langen Konferenztisch im Drees & Sommer-Büro in Frankfurt grüßen die Frankfurter Skyline und der Römer. © Drees & Sommer / Peter Neusser
Büro mit Lokalbezug: Am langen Konferenztisch im Drees & Sommer-Büro in Frankfurt grüßen die Frankfurter Skyline und der Römer. © Drees & Sommer / Peter Neusser
Der sogenannte Marktplatz bildet das Herzstück des Münchner Drees & Sommer-Büros. Er lädt zum gemeinschaftlichen Arbeiten, Austauschen, Erholen und Erfrischen ein. © Drees & Sommer / Peter Neusser
Der sogenannte Marktplatz bildet das Herzstück des Münchner Drees & Sommer-Büros. Er lädt zum gemeinschaftlichen Arbeiten, Austauschen, Erholen und Erfrischen ein. © Drees & Sommer / Peter Neusser
From Vision to Value: Nutzerzentrierte Arbeitswelten verbinden Strategie, Raum und Technologie zu nachhaltigem Mehrwert für Menschen und Organisationen. © AI-generated by Drees & Sommer
From Vision to Value: Nutzerzentrierte Arbeitswelten verbinden Strategie, Raum und Technologie zu nachhaltigem Mehrwert für Menschen und Organisationen. © AI-generated by Drees & Sommer

Sven Mylius ist Associate Partner bei der Drees & Sommer SE. Er studierte Projektmanagement Bau an der Fachhochschule Bielefeld und stieg 2010 als Experte für New Work bei Drees & Sommer ein. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen unter anderem New Work Konzepte in Form von Gebäude- und Flächennutzungskonzepten, Bedarfsplanungen sowie deren Begleitung in der Umsetzung durch Workplace Change Management. Sein Fachwissen gibt er seit 2011 als Lehrbeauftragter für nutzerorientierte Bedarfsplanung und Programming an der Hochschule Bielefeld weiter. Mehr Informationen unter https://www.dreso.com/de/.

Titelbild: Drees & Sommer