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Feb 16, 2022 10:30 CET

Büromöbelbranche: Das Büro der Zukunft sorgt für Nachfrageanstieg

Aufwärtstrend nach schwierigem Geschäftsjahr 2020 / Absätze im In- und Ausland wieder gewachsen / Neue Nachfrageimpulse durch Etablierung hybrider Arbeitsweisen

Wiesbaden, 16. Februar 2022 – Nachdem die Corona-Pandemie im Jahr 2020 die Geschäftsentwicklung der Büromöbelbranche massiv beeinträchtigt hatte, konnten die Hersteller von Büromöbeln im Jahr 2021 wieder Boden gutmachen. Vor allem eine hohe Nachfrage bei Sitzmöbeln trug zu einer verbesserten Gesamtbilanz bei. Insgesamt meldet der Industrieverband Büro und Arbeitswelt (IBA) für das Jahr 2021 einen Gesamtumsatz von 2,32 Milliarden Euro in der Büromöbelindustrie – ein Anstieg von 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Steigende Nachfrage bei Büromöbeln setzt sich fort

Nach einem Nachfragerückgang im zweiten und dritten Quartal 2020 war bereits im vierten Quartal 2020 wieder ein leichter Aufwärtstrend zu beobachten. Daran konnte die Branche in 2021 anknüpfen und verzeichnete im Inland eine Umsatzsteigerung von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Ausland war das Wachstum sogar noch deutlicher – nach einem Minus von 13,7 Prozent in 2020 legten die Umsätze wieder um 11,1 Prozent zu. Die durchschnittliche Exportquote stieg von 25,5 Prozent im Jahr 2020 auf 26,8 Prozent. Während das Plus im Inland gleichermaßen auf der Nachfrage im Objekt- und im Breitengeschäft beruht, wird der deutlich stärkere Zuwachs bei der Auslandsnachfrage im Wesentlichen durch Großprojekte getragen.

Trotz des Aufwärtstrends für die gesamte Branche sank die Zahl der bei den in Deutschland ansässigen Büromöbelherstellern beschäftigten Personen im Laufe des vergangenen Jahres um 2,9 Prozent auf rund 13.700 Arbeitnehmer. Der Rückgang war nur zum Teil auf einen geplanten Beschäftigungsabbau zurückzuführen. Erstmals hinterließ auch der wachsende Fachkräftemangel seine Spuren. Die Entwicklung, die zeitgleich in vielen Branchen spürbar wird, könnte sich für die Büromöbelanbieter im Umkehrschluss sogar als Wachstumsfaktor erweisen: Denn damit wird das Arbeitsumfeld im Büro, im Homeoffice und an anderen alternativen Arbeitsorten als Faktor für Arbeitgeberattraktivität immer wichtiger.

Wandel der Arbeitswelt sorgt für neue Impulse

Der demographische Wandel und die durch die Corona-Pandemie beschleunigte Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeitswelt werden nach Einschätzung von Branchenkennern einen neuen Nachfrageschwung für die Büroeinrichter mit sich bringen. „Noch befinden wir uns am Anfang eines grundlegenden Umbruchs, hybride Arbeitsweisen und die zunehmende Entscheidungsfreiheit der Mitarbeiter bei der Wahl der Arbeitsorte werden jedoch über kurz oder lang zu steigenden Anforderungen an die Ausstattung der verschiedenen Arbeitsplätze führen“, so Helmut Link, Vorsitzender des IBA. Einen ersten Niederschlag fand die erwartete Entwicklung 2021 in einer deutlich gestiegenen Nachfrage nach Bürositzmöbeln. Während Büromöbel ein Plus von 2,9 Prozent verzeichneten, legte der Umsatz bei Sitzmöbeln um 8,9 Prozent zu. Besonders gefragt waren Einrichtungen von neuen, flexibel nutzbaren Räumen für Kommunikation und Teamarbeit sowie ergonomische Drehstühle zur Professionalisierung der Arbeit in den Homeoffices.

Der große Umbau der Arbeitswelt steht nach Einschätzung des im Herbst 2021 neu gewählten IBA-Vorsitzenden dennoch erst bevor. „Noch bremst die Unsicherheit im Hinblick auf passende Konzepte die Nachfrage. Viele Arbeitgeber testen derzeit noch im Kleinen, was sie später so oder ähnlich unternehmensweit realisieren wollen.“ 2021 besonders häufig gefragt waren daher auch Beratungsleistungen und die Unterstützung bei Pilotprojekten.

Gestiegene Preise und sinkende Margen

Sorgen bereitet der Branche die andauernd schwierige Situation auf den Beschaffungsmärkten. Die Preise für Vormaterialien, Energie und Logistik sind im vergangenen Jahr stark gestiegen und haben sich aktuell auf einem hohen Niveau stabilisiert. Das hat, trotz unvermeidlicher Preisanhebungen seitens der Büromöbelindustrie, die Margen im Jahr 2021 erheblich belastet. „Wir erwarten, dass uns das hohe Preisniveau auch im kommenden Jahr Probleme bereiten wird. Der Anstieg bei Löhnen und Gehältern wird die Situation zusätzlich verschärfen“, sagt Helmut Link. Der Verband rechnet daher damit, dass es auch 2022 zu weiteren Preissteigerungen für Büromöbel kommen wird.

Blick auf das Büro der Zukunft

Insgesamt schauen der IBA und seine Mitglieder aber zuversichtlich in die Zukunft. „Unsere Mitglieder haben in den vergangenen Jahren viel investiert, um die neuen Entwicklungen proaktiv begleiten zu können“, so Helmut Link. Unter halbwegs stabilen Rahmenbedingungen könne die Branche 2022 erneut ein Umsatzplus von rund 6 Prozent erzielen und damit schon wieder fast das Niveau des Jahres 2019 erreichen. Spätestens 2023 dürfte dann laut Einschätzung des Verbands der Umbau der Arbeitswelt im größeren Rahmen anstehen und zu einem entsprechenden Nachfrageschub führen.

Als unterstützende Maßnahme für die Branche und ihre Kunden wird der IBA ab dem zweiten Halbjahr 2022 mit einer neuen Online-Kompetenzplattform präsent sein. Diese soll Konzepte, Ideen und Umsetzungsbeispiele für die künftige Arbeitswelt bündeln und damit auch die Sichtbarkeit der Büroeinrichtungshersteller und ihrer Leistungen erhöhen. Gespannt blickt die Branche zudem auf die ORGATEC 2022, die vom 25. bis 29. Oktober in Köln stattfinden wird. Obwohl die internationale Leitmesse für neues Arbeiten voraussichtlich noch mit einzelnen coronabedingten Einschränkungen behaftet sein wird, erwarten die Verantwortlichen ein starkes Interesse bei allen Entscheidern, die sich aktuell Gedanken über die künftige Arbeitsweise in ihren Unternehmen machen. Die Planungen für die ORGATEC 2022 in einem leicht modifizierten Format sind laut Auskunft des Verbands und der Koelnmesse in vollem Gange.

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