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Herausforderungen für die Rückkehr ins Büro: Alles hybrid oder was?

Zukunftssichere Büroarbeitswelt

Stehbesprechungsraeume, Bild: Wilkhahn
Burkhard Remmers Burkhard Remmers ·
5 Minuten

Die in der Pandemie eingeübte mobile Büroarbeit wird auch künftig fester Bestandteil der Arbeitszeit- und ‑ortsmodelle sein. Das dafür gebrauchte Modewort „Hybride Büroarbeit“ ist aber eigentlich ein alter Hut, denn die Mischform aus analog und digital gehört zum Wesen der Computerarbeit. Neu ist dagegen, dass nun Wechsel der Arbeitsorte hinzukommen, verbunden mit hybriden Formen der Zusammenarbeit. Für eine gelingende „Hybrid-Arbeit“ ist daher das Zusammenspiel des Was, des Wie und des Wo entscheidend. Hier ein kurzer Überblick zu den unterschiedlichen Prozessen, Situationen und den dafür wichtigsten Aspekten: 

Fokusarbeit zu Hause oder anderswo

„Remote-Work“ umfasst die temporäre Homeoffice-Arbeit ebenso wie das Arbeiten im Zug, im Café oder auch bei einem Anbieter von Coworking-Arbeitsplätzen. Sofern ein guter Datenzugang besteht, ist die klassische Hybridarbeitsform der „Mensch-Computerinteraktion“ unabhängig von Raum und Zeit. Gerade hier aber sollten Mindestvoraussetzungen für produktives und gesundes Arbeiten im Blick sein: Angesichts der Zahlen zu Rückenschmerzen, Übergewicht und depressiven Erkrankungen geht es dabei über die technischen Voraussetzungen hinaus vor allem um Bewegungsförderung, Beleuchtung, Blendschutz und Abschirmung, um die Konzentration zu erleichtern und Störfaktoren zu reduzieren.

Ein faltbarer Aufsatz kann jeden Tisch zum abgeschirmten Arbeitsplatz machen, der Konzentration fördert und Blendschutz mit visueller Diskretion verbindet.
Ein faltbarer Aufsatz kann jeden Tisch zum abgeschirmten Arbeitsplatz machen, der Konzentration fördert und Blendschutz mit visueller Diskretion verbindet.

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Hybrid Work im Themen Hub In unserem Themen Hub haben wir weitere Artikel, Vorträge und Showroom-Einträge zu Hybridem Arbeiten für Sie zusammengestellt. Einfach mal reinschauen!

Rein digitale Zusammenarbeit 

Für die Kommunikation und Zusammenarbeit der mobil Arbeitenden scheiden alle Arbeitsorte aus, bei denen keine Diskretion und Störungsfreiheit gegeben ist Hinzu kommen Kamerahöhe, Mikrofon, Licht und Hintergrundbilder als wesentliche Faktoren für eine gelingende hybride Zusammenarbeit. Auch unter besten Rahmenbedingungen sollte man sich jedoch der Grenzen einer rein virtuellen Zusammenarbeit bewusst bleiben. Einen echten Blickkontakt gibt es dort nur im Zweiergespräch und mit der Zunahme der Teilnehmerzahl sinken Verbindlichkeit, Interaktion und Aufmerksamkeit. Deshalb braucht es strikte Spielregeln: Kamera an, keine Nebentelefonate und keine Fremdbeschäftigung! Und Vorsicht: Werden die Gewohnheiten rein digitaler Zusammenarbeit ins Büro mitgenommen, entstehen dort völlig absurde Situationen: Im Gruppenbüro hören sich die Teilnehmer dann sowohl über den Kopfhörer wie auch live, vom Lärmpegel und der Ablenkung für die anderen ganz zu schweigen. Für hybride Meetings im Büro sind daher andere Spielregeln und ganz andere Raumkonzepte gefragt als an den Orten mobiler Büroarbeit.

Der häusliche Arbeitsplatz eignet sich auch für rein digitale Formen der Zusammenarbeit, sofern Licht, Kameraposition und Rahmenbedingungen passen. Bei langen Phasen der Bildschirmarbeit ist ein bewegungsfördernder Bürostuhl ein „Muss“, um Rückenschmerzen und Stoffwechselstörungen vorzubeugen.
Der häusliche Arbeitsplatz eignet sich auch für rein digitale Formen der Zusammenarbeit, sofern Licht, Kameraposition und Rahmenbedingungen passen. Bei langen Phasen der Bildschirmarbeit ist ein bewegungsfördernder Bürostuhl ein „Muss“, um Rückenschmerzen und Stoffwechselstörungen vorzubeugen.

Analoge Teams mit zugeschalteten Singles

Werden bei Meetings einzelne Teilnehmer online zugeschaltet, sollte die Gruppe unbedingt einen abgeschirmten Bereich oder einen eigenen Raum mit gemeinsamem Tisch aufsuchen. Nur dann lassen sich die erwünschten Vorteile einer Face-to-Face-Begegnung auch wirklich nutzen. Bei Besprechungen mit zwei bis vier Teilnehmern reichen dafür abgeschirmte Besprechungssofas. Bei größeren Gruppen sollten die Räume abgeschlossen sein und die Tische passend zur Teilnehmerzahl konfiguriert werden können. Tischaufstellung, Displaygröße und ‑ausrichtung, Kameraposition und ‑fokus sowie die Beleuchtung müssen den Blickkontakt in beide Richtungen ermöglichen. Mittig platzierte 360°-Mikrophone mit integrierten Lautsprechern sorgen für eine gute Tonübertragung. Damit die Zugeschalteten gleichberechtigt zu Wort kommen, sollte ein Moderator bestimmt werden, strikt auf die Einhaltung der Spielregeln achtet. Die neuen Formen der Zusammenarbeit erfordern eben neben der entsprechenden technischen und räumlichen Ausstattung in erster Linie Verhaltensänderungen!

Abgeschirmte Besprechungsinsel für Rückzug und hybride Zusammenarbeit vor Ort im Büro.
Abgeschirmte Besprechungsinsel für Rückzug und hybride Zusammenarbeit vor Ort im Büro.
In Stehbesprechungsräumen sind Beteiligung und Interaktion deutlich ausgeprägter als in Sitz-Settings.
In Stehbesprechungsräumen sind Beteiligung und Interaktion deutlich ausgeprägter als in Sitz-Settings.

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Highlights aus der Mediathek Arbeitsszenarien nach Covid mit Birgit Gebhardt und Robert Thiemann

Konferenzen räumlich verteilter Teams

Hierbei handelt es sich um die klassischen Videokonferenzen, bei denen Gruppen, die an unterschiedlichen Orten zusammensitzen, einander zugeschaltet sind. Hier sind möglichst identische Settings gefragt, um gleiche Voraussetzungen an verschiedenen Standorten zu schaffen.

Bei gleichbleibender Teilnehmerzahl empfehlen sich Video-Konferenzräume, in denen eine halbkreisförmige Konferenztischanlage vor der Monitorwand für einen virtuell gemeinsamen Tisch am anderen Standort gespiegelt wird. In einem sowohl analog oder aber hybrid genutzten Konferenzraum können „Scherentische“ passende Lösungen bieten. Aufgezogen ermöglichen sie einen guten Blickkontakt zur zugeschalteten Gruppe, geschlossen bildet die dann ovalförmige Tischform ein kommunikatives Setting für die Präsenz-Besprechungen.

Variabel nutzbarer Videokonferenzraum für die hybride Zusammenarbeit räumlich verteilter Teams.
Variabel nutzbarer Videokonferenzraum für die hybride Zusammenarbeit räumlich verteilter Teams.

Hybride Gestaltung

Auch die Gestaltung sollte als „Hybrid“-Dimension beachtet werden: Remote-Arbeit erfordert im Sinne der Produktivität und Gesunderhaltung eine Professionalisierung des Umfelds in der Wohnung, während umgekehrt die Büroausstattung wohnlicher zu sein hat, um die Menschen für eine zumindest temporäre Rückkehr ins Büro zu gewinnen! 

Die Integration eines Arbeitsplatzes in den privaten Lebensraum erfordert Tische und Stühle, die professionellen Anforderungen an Qualität und Ergonomie genügen und gleichzeitig zu den anderen Möbeln im Wohnraum passen.
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Burkhard Remmers, studierter Germanist und Historiker, verantwortet seit 1995 bei Wilkhahn den Bereich Internationale Kommunikation und Public Relations. Als Autor zahlreicher internationaler Fachpublikationen, Buchbeiträge und Vorträge gilt Burkhard Remmers als Experte für die Zusammenhänge von Architektur, Kommunikation, Gesundheit und Design im Kontext zukunftsfähiger Office-Konzepte. 

Alle Abbildungen dieses Beitrags zeigen Produkte der Wilkhahn Wilkening+Hahne GmbH+Co. KG. 

Informationen zu den abgebildeten Produkten finden Sie im Showroom des Unternehmens und unter www.wilkhahn.de.