Kartenschatten

Newsroom

Gesund arbeiten: Warum Wellbeing Teil der Arbeitskultur werden muss

Work Culture Festival

EGYM Wellpass ist das führende Firmenfitness-Netzwerk in Deutschland
Johannes Füß Johannes Füß ·
7 Minuten

Langes Sitzen, ein Meeting nach dem anderen und dazwischen kaum Zeit für Bewegung: Für viele Menschen gehört das noch immer zum Arbeitsalltag. Gleichzeitig haben hybride Arbeitsmodelle die Grenzen zwischen Büro, Zuhause und anderen Arbeitsorten durchlässiger gemacht. Damit stellt sich auch die Frage nach Gesundheit bei der Arbeit neu. Wer trägt Verantwortung, wenn Arbeit nicht mehr an einen festen Ort gebunden ist? Und wie können Unternehmen Rahmenbedingungen schaffen, die Gesundheit tatsächlich unterstützen?

Die Erwartungen der Beschäftigten haben sich verändert. Gesundheit und Wohlbefinden werden zunehmend zu Kriterien, an denen auch Arbeitgeber gemessen werden. Laut der internationalen EGYM Wellpass Studie „The Future Fit Employer“ sorgen sich 88 Prozent der Mitarbeitenden darum, dass ihre aktuellen Arbeitsbedingungen langfristig ihre Gesundheit beeinträchtigen könnten. 49 Prozent der Beschäftigten in Deutschland beklagen mangelnde tägliche Bewegung.

Damit wird deutlich: Gesundheit ist längst mehr als ein individuelles Thema. Sie berührt Arbeitsorganisation, Führung und Unternehmenskultur ebenso wie die Gestaltung von Arbeitsorten. Für Unternehmen stellt sich deshalb weniger die Frage, ob sie sich mit der Gesundheit ihrer Mitarbeitenden beschäftigen sollten, sondern wie sie dies in einer zunehmend hybriden Arbeitswelt sinnvoll tun können.

Wenn der Arbeitsalltag Bewegung verhindert

Der menschliche Körper ist für Bewegung gemacht. Der moderne Arbeitsalltag sieht jedoch häufig anders aus. Bildschirmarbeit, virtuelle Meetings und lange Phasen des Sitzens prägen insbesondere die Wissensarbeit. Mobiles Arbeiten hat zwar neue Freiheiten geschaffen, den Bewegungsmangel aber nicht automatisch gelöst.

Die EGYM Wellpass Studie zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln: Beschäftigte betrachten Sport und Bewegung als einen wichtigen Hebel für ihre Gesundheit. Gleichzeitig bewegen sich nur sechs Prozent täglich, während 37 Prozent angeben, selten oder nie Sport zu treiben.

Das Problem ist damit nicht allein fehlendes Gesundheitsbewusstsein. Entscheidend sind auch die Rahmenbedingungen. Bewegung muss sich mit unterschiedlichen Arbeitszeiten, Arbeitsorten und Lebenssituationen vereinbaren lassen. Ein Gesundheitsangebot, das ausschließlich an einem Unternehmensstandort stattfindet, erreicht beispielsweise diejenigen nur schwer, die überwiegend mobil oder im Homeoffice arbeiten.

Genau hier verändert die hybride Arbeitswelt die Anforderungen an betriebliche Gesundheitsförderung. Gesundheit kann nicht länger ausschließlich an einen Ort oder ein festes Zeitfenster gekoppelt werden.

Nicht verpassen

EGYM Wellpass beim WW-Festival Das WW-Festival bündelt zentrale Impulse für die Arbeitswelt von morgen. Entdecken Sie auch die zusätzlichen Sessions und Workshops unseres Themenpartners EGYM Wellpass.

Vom Benefit zur Arbeitskultur

Ob Obstkorb, Rückenkurs oder vergünstigte Mitgliedschaft im Fitnessstudio: Betriebliche Gesundheitsförderung wurde lange vor allem über einzelne Angebote gedacht. Doch ein Angebot allein verändert noch keine Arbeitskultur.

Entscheidend ist vielmehr die Frage, welche Bedingungen der Arbeitsalltag selbst schafft. Bleibt zwischen zwei Meetings Zeit für eine Pause? Ist Bewegung selbstverständlich oder wird sie als Unterbrechung der eigentlichen Arbeit wahrgenommen? Unterstützen Führungskräfte gesundes Verhalten? Und können Mitarbeitende Angebote nutzen, die zu ihrer persönlichen Situation passen?

Gesundheit wird damit zu einer Gestaltungsaufgabe, die weit über klassische Benefits hinausgeht. Führung, Arbeitsorganisation, Kommunikation, Räume und Angebote für Bewegung und Prävention greifen ineinander.

Gerade in hybriden Arbeitsmodellen kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Individualität. Wer im Büro arbeitet, braucht möglicherweise andere Angebote als jemand im Homeoffice. Menschen, die gerne laufen oder ins Fitnessstudio gehen, lassen sich anders erreichen als diejenigen, die Yoga, Schwimmen, Klettern oder kurze digitale Bewegungseinheiten bevorzugen.

Moderne betriebliche Gesundheitsförderung muss deshalb genügend Flexibilität bieten, damit Beschäftigte selbst entscheiden können, was zu ihrem Alltag passt.

Gesundheit braucht Sichtbarkeit

Doch selbst ein breites Angebot hilft wenig, wenn es im Arbeitsalltag nicht wahrgenommen wird. So kennt fast die Hälfte der für „The Future Fit Employer“ befragten Mitarbeitenden die Gesundheitsangebote des eigenen Arbeitgebers nicht

Damit wird Kommunikation zu einem wesentlichen Bestandteil der Gesundheitsstrategie von Unternehmen. Gesundheitsförderung muss sichtbar sein und regelmäßig in den Arbeitsalltag eingebunden werden. Das kann über wiederkehrende Impulse, gemeinsame Aktivitäten oder kurze Bewegungspausen ebenso geschehen wie über Führungskräfte, die das Thema vorleben.

Der Unterschied liegt darin, Gesundheit nicht als zusätzliche Aufgabe zu behandeln, die Mitarbeitende neben einem ohnehin vollen Arbeitstag erledigen sollen. Vielmehr geht es darum, Bedingungen zu schaffen, unter denen gesundes Verhalten einfacher wird.

Lesen Sie auch

Dr. Katharina Radermacher. © Universität Paderborn, Angela Lang
WW – Work Culture Festival Wie Workspace-Design über den Erfolg von Return-to-Office-Strategien entscheiden kann

Was hat Gesundheit mit dem Büro zu tun?

Diese Frage wird besonders interessant, wenn Unternehmen ihre Arbeitsorte neu denken. Wenn das Büro nicht mehr der selbstverständliche Ort für jede Tätigkeit ist, muss es einen erkennbaren Mehrwert bieten. Begegnung und Zusammenarbeit gehören dazu – Gesundheit und Wohlbefinden aber ebenso.

Damit rückt auch die Gestaltung des physischen Arbeitsplatzes in den Blick. Arbeitsumgebungen können Bewegung fördern oder verhindern. Sie können unterschiedliche Körperhaltungen ermöglichen, Wege und Begegnungen schaffen, Rückzug zulassen und einen Wechsel zwischen konzentrierter Arbeit und Austausch unterstützen.

Gesundheitsförderung und Workplace Design sind deshalb keine voneinander getrennten Disziplinen. Beide beschäftigen sich letztlich mit derselben Frage: Welche Bedingungen brauchen Menschen, um langfristig gut arbeiten zu können?

Diese Perspektive reicht vom ergonomischen Arbeitsplatz über Bewegungsmöglichkeiten bis zur Gestaltung von Pausen und sozialen Räumen. Gleichzeitig endet sie nicht an der Bürotür. In einer hybriden Arbeitswelt müssen Unternehmen Gesundheit über unterschiedliche Arbeitsorte hinweg denken.

Gesundheit wird zur Führungsfrage

Auch Führung verändert sich dadurch. Wer Gesundheit als Bestandteil der Arbeitskultur versteht, muss nicht kontrollieren, wie viele Schritte Mitarbeitende am Tag gehen oder ob sie ein bestimmtes Sportangebot nutzen. Vielmehr geht es darum, einen Rahmen zu schaffen, in dem gesundes Arbeiten möglich und akzeptiert ist.

Dazu gehört auch die Frage nach Belastung. Bewegung kann einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten, sie ersetzt aber keine Auseinandersetzung mit übervollen Kalendern, permanentem Zeitdruck oder fehlenden Erholungsphasen.

Eine zeitgemäße Gesundheitsstrategie verbindet deshalb körperliche und mentale Gesundheit mit Arbeitsorganisation und Führung. Aus einzelnen Maßnahmen entsteht so ein ganzheitlicher Blick auf die Bedingungen, unter denen Menschen arbeiten.

Die Arbeitswelt braucht eine neue Gesundheitskultur

Die Zukunft der Arbeit wird häufig über Künstliche Intelligenz, hybride Arbeitsmodelle, neue Bürokonzepte oder veränderte Führungsstrukturen diskutiert. Gesundheit gehört genauso in diese Debatte. Denn technologische und organisatorische Veränderungen entfalten ihren Wert nur dann, wenn Menschen langfristig in der Lage sind, gut mit ihnen zu arbeiten.

Die entscheidende Entwicklung könnte deshalb darin bestehen, betriebliche Gesundheit nicht mehr als Zusatzleistung, sondern als ein Teil der Infrastruktur moderner Arbeit zu verstehen, und das sowohl räumlich, organisatorisch und kulturell.

Wie das gelingen kann, ist auch Thema beim Wherever Whenever – Work Culture Festival 2026 vom 27. bis 30. Oktober auf der ORGATEC in Köln. EGYM Wellpass ist Themenpartner des Festivals und bringt verschiedene Perspektiven auf Gesundheit, Wellbeing, Leistungsfähigkeit und Führung in das Programm ein.

Damit wird Gesundheit dort diskutiert, wo sie hingehört: nicht isoliert als Benefit, sondern im Zusammenspiel mit Führung, Kultur, Arbeitsorganisation und der Gestaltung von Arbeitsorten.

Work Culture Festival

ORGATEC 2026 Als Teil der ORGATEC 2026 erforscht das Wherever Whenever – Work Culture Festival die Arbeitswelt der Zukunft.

Johannes Füß ist Senior Vice President bei EGYM Wellpass, dem führenden Firmenfitness-Netzwerk in Deutschland. In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit der Frage, wie Gesundheitsprävention zu einem festen Bestandteil moderner Arbeitswelten werden kann und welchen Beitrag Unternehmen zu Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden leisten können. Darüber hinaus ist er Gründer von Level Up HR, einer Community für den Austausch zu moderner HR-Arbeit, sowie Host des gleichnamigen Podcasts. Seine Arbeit verbindet Themen wie Employee Wellbeing, Unternehmenskultur und die Zukunft der Arbeit mit praxisnahen Ansätzen für modernes HR-Management. Weitere Informationen: de.egym-wellpass.com

Titelbild: © EGYM Wellpass