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Die neue Rolle des Büros

Nachgefragt

Sefit by Sedus
Jasmin Najiyya Jasmin Najiyya ·
5 Minuten

War das Büro früher einfach nur der Ort, an dem man arbeitete, hat der Wandel der Arbeitswelt dieses Konzept ins Wanken gebracht – mit dem Effekt, dass heute viele neue Forderungen an das Büro gestellt werden: Es soll ein Ort der Begegnung, der Zusammenarbeit, der Gastlichkeit, des Lernens sein, für eine gute User Experience sorgen, die Unternehmenskultur erlebbar machen. All das ist aber nur zu haben, wenn sich seine Rolle ändert. Doch wie könnte sie aussehen, die neue Rolle des Büros? Und was würde das für seine Gestaltung und auch für die Unternehmen selbst bedeuten? Schauen wir einmal genauer hin und beginnen wir mit den Fakten.

Fakt 1: Beschäftigte schätzen flexible Arbeitsmodelle

Immer mehr Beschäftigte in Deutschland arbeiten zu Hause. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts hat sich die Zahl der Beschäftigten, die ausschließlich im Homeoffice arbeiten, seit der Corona-Pandemie fast vervierfacht: 2022 sind 24,2 % aller Erwerbstätigen in Deutschland zumindest gelegentlich zu Hause tätig gewesen. 14,7 % von ihnen täglich oder mindestens für die Hälfte der Arbeitszeit. Auch die Umfrage zum „State of Hybrid Work 2023“ von Owl Labs in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Vitreous World unter 2.000 Arbeitnehmern bestätigt das: Die Mehrheit der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland bevorzugt eine flexible Arbeitsplatzwahl mit einer Präferenz für hybrides Arbeiten (64 %). Feste Homeoffice-Tage werden von 40 % der Befragten bevorzugt, gefolgt von einer flexiblen Hybridlösung ohne feste Tage (24 %). Der Wunsch nach Flexibilität geht bei den Beschäftigten so weit, dass ein Drittel der Befragten offen für einen Jobwechsel wäre, wenn der Arbeitgeber Homeoffice verbieten würde. 7 % würden in diesem Fall sogar direkt kündigen.

Fakt 2: Gründe, warum Beschäftigte das Büro dennoch nicht ganz missen wollen

Die im Herbst 2023 vom Industrieverband Büro und Arbeitswelt e. V. (IBA) in Auftrag gegebene forsa-Umfrage zeigt, dass Beschäftigte dennoch Grund haben, ins Büro zu kommen. Der wichtigste ist: die Notwendigkeit der direkten Interaktion für ein echtes Miteinander. Für immerhin 82 % der Befragten ist der persönliche Kontakt zu Vorgesetzten und Kollegen ein entscheidendes Argument. Zudem fördert die Zusammenarbeit im Büro Kreativität, Dynamik und die Entstehung von Ideen in der Gruppe, während die passende Arbeitsumgebung Teamgeist, Atmosphäre und die Pflege von Netzwerken beeinflusst. Und auch die Ausstattung des Arbeitsplatzes selbst ist ein Argument, da die Ergonomie im Homeoffice vielfach immer noch zu kurz kommt. Damit hat das Büro einen Vorsprung bei der ergonomischen Ausstattung von Bürostühlen, Arbeitstischen und Technik, aber auch bei Akustik und Beleuchtung gegenüber anderen Arbeitsorten.

Fakt 3: Das Arbeiten selbst verändert sich

Viele neue Schlagworte sind in den letzten Jahren in die Arbeitswelt eingezogen: New Work, Hybrid Work, User Experience, Employee Experience, Employer Branding, Purpose – um nur die am häufigsten verwendeten zu nennen. Der Einsatz digitaler Tools hat enorm zugenommen, mit der Konsequenz, dass sich Arbeit ungeheuer verdichtet hat, die Schlagzahl heute deutlich höher ist als in der Vergangenheit. Gleichzeitig führt der Wandel der Arbeitswelt dazu, dass Gelerntes schneller veraltet, es schwieriger wird, auf dem Laufenden zu bleiben, und manches, was früher zielführend war, auch wieder verlernt werden muss. Diese Transformation verlangt nicht nur Unternehmen als Ganzes, sondern auch ihren Angestellten viel ab.

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Was bedeutet das für die neue Rolle des Büros?

In Umrissen kann man die neue Rolle des Büros schon heute erkennen, denn der Wandel der Arbeit und der Arbeitswelt hat sich räumlich bereits niedergeschlagen:

  • Nutzererfahrung
    Arbeit beruht zu großen Teilen auf Kollaboration. Kooperation, Freiräume und gute Führung sind hierbei die zentralen Begriffe. Dazu braucht es Räume, die das gesunde Zusammenspiel von Leistung und Kreativität ermöglichen. Und das entsprechende Nutzererlebnis, die Employee Experience. Raum wirkt und hat mehr Macht, als es auf den ersten Blick scheint. Das Büro kann zu einem bestimmten Verhalten auffordern, die verschiedensten Arbeitsabsichten unterstützen und eine besondere User Experience (UX) bieten.
  • New-Learn-Räume
    Die Transformation der Arbeit erfordert auch ein neues Zusammenspiel von Arbeitsorganisation, Lernen, Kultur und Infrastruktur: Raumkonzepte für den spontanen Austausch, Fokusarbeit, aber auch für Projekt‑, Kreativ- und Teamarbeit sind gefragt. Hier ist das Büro klar im Vorteil, denn hybrid oder auch ganz remote sind diese Formen der Zusammenarbeit längst nicht so effizient wie gedacht, wie eine Studie der Universitäten Pittsburgh und Oxford kürzlich zeigte.
  • Empowernde Technologie
    Digitale Technologien verändern die Arbeitswelt tiefgreifend und rasant. Sie führen zu Disruptionen, neuen Anforderungen, aber auch zu neuen Perspektiven. Richtig verstanden und eingesetzt können sie im Arbeitsalltag unterstützen, neue Handlungsräume schaffen und Handlungsfelder erweitern.
  • Unternehmenskultur erlebbar machen
    Das Büro ist der Ort, an dem sich die Unternehmenskultur erleben lässt. Seine Gestaltung kann die geteilten Werte, sozialen Normen, Artefakte und Einstellungen, die die Art beeinflussen, wie Menschen in einer Organisation Entscheidungen treffen, handeln und sich verhalten – nach innen und nach außen – sichtbar machen und unterstreichen.

Der neuen Rolle des Büros werden wir 2024 nachspüren – und auch beim Work Culture Festival auf der ORGATEC wird sie im Mittelpunkt stehen.

Work Culture Festival

ORGATEC 2024 Als Teil der ORGATEC 2024 erforscht das erste Wherever Whenever – Work Culture Festival die Arbeitswelt der Zukunft.

Mehr Informationen zum Work Culture Festival erhalten Sie unter https://iba.online/festival/.

Titelbild: Sedus