Homeoffice

Arbeiten zu Hause wird ganz normal

Während der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen Erfahrungen mit der Arbeit ihrer Beschäftigten im Homeoffice gemacht. 43 % aller Erwerbstätigen in Deutschland zogen während des Lockdowns ins Homeoffice um, das ergab eine forsa-Umfrage im Auftrag des IBA. Noch genauer schauten die Macher der Mannheimer Corona-Studie hin. Demnach arbeiteten Ende März 25 % aller Beschäftigten ausschließlich im Homeoffice. Anfang Juli taten dies noch 7 % der Arbeitnehmer, 22 % wechselten zu diesem Zeitpunkt zwischen der Arbeit zu Hause und dem Büro ab, der Rest der Beschäftigten war bereits wieder ganz ins Büro zurückgekehrt. Eine vollständige Rückkehr aller wird es aber vermutlich auch nach Corona nicht geben. Denn wie unser Faktencheck zeigt, gibt es gute Gründe, beides zu nutzen: Das Büro und das Homeoffice.


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Telearbeit vs. mobiles Arbeiten?

Wer im Homeoffice arbeitet, verlagert das Büro nach Hause. Das wäre zumindest die wörtliche Bedeutung des Begriffs. Rechtlich wird die Arbeit dann zur Telearbeit. Oftmals spricht man aber auch dann vom Homeoffice, wenn nur die gelegentliche Arbeit im heimischen Umfeld gemeint ist. Dann handelt es sich meist um mobiles Arbeiten. Gute Arbeitsbedingungen sollten in beiden Fällen gegeben sein.


Das Homeoffice einrichten

Der Arbeitsplatz in den heimischen vier Wänden muss sich in die vorhandenen Räumlichkeiten einpassen, so viel ist klar. Gleichzeitig muss er aber auch funktional und sicher sein. Das heißt auch: keine Kompromisse mit Blick auf die eigene Gesundheit zu machen. Was dabei beachtet werden sollte, hängt unter anderem vom Umfang der Arbeit, die zu Hause erledigt werden soll, ab. Wer nur ab und an eine Mail liest, sollte in erster Linie auf die Datensicherheit achten. Wer regelmäßig für ein paar Stunden im Homeoffice arbeitet, braucht dafür einen Arbeitsplatz, der den Grundregeln einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung gerecht wird.


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Einen gesetzlichen Anspruch auf Arbeit im Homeoffice gibt es in Deutschland derzeit nicht. Ein Anspruch kann sich jedoch aus Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen ergeben. Ist dies nicht der Fall, können Arbeitgeber und Arbeitnehmer individuelle Vereinbarungen treffen.


Versicherungsschutz

Unfälle, die sich während einer gesetzlich versicherten Tätigkeit ereignen, sind im Regelfall Arbeitsunfälle. Das gilt unabhängig von dem Ort, an dem die Arbeit verrichtet wird, also auch für das Homeoffice. Allerdings ist nicht jede Tätigkeit während der Arbeitszeit auch eine beruflich bedingte Aktivität. Im Homeoffice ist die Abgrenzung deshalb oft schwierig. Einschlägige Urteile besagen, dass der Gang in die Küche nicht versichert ist. Wer dagegen prüft, warum sein WLAN-Netz streikt, ist auch dann versichert, wenn sich der Router in einem Raum abseits des eigentlichen Arbeitsplatzes befindet.


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Sicherheitsstandards

Die betrieblichen Standards zur IT-Sicherheit auf die häuslichen Arbeitsplätze zu übertragen, ist oftmals mit größerem Aufwand verbunden. Unternehmen sollten dennoch festlegen, welche Kommunikationstools zu Hause verwendet, welche Unterlagen mitgenommen werden dürfen und wie ein Zugriff auf sensible Daten durch Dritte verhindert werden kann.