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Arbeitgeberattraktivität – Auf die Büroausstattung kommt es an

Nov 12, 2018 09:40 CET

Arbeitgeberattraktivität – Auf die Büroausstattung kommt es an

Image, Karrierechancen, Unternehmenskultur – dass bei der Jobwahl eine gute Bezahlung, nette Kollegen und ein fairer Chef längst nicht mehr ausreichen, ist nichts Neues. Was jedoch die Führungsetagen bis heute unterschätzen: Auch das Büro-Design entscheidet häufig über die Arbeitgeberattraktivität.

Der „War for talents“ ist in vollem Gange, Fachkräfte- und Nachwuchsmangel werden sich weiter verschärfen. Vor diesem Hintergrund müssen viele Unternehmen regelrecht um junge, hochqualifizierte Mitarbeiter buhlen. Besonders in den sogenannten MINT-Berufen bleiben unzählige Stellen unbesetzt. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zählte dort im April 2018 rund 486.000 freie Positionen. In immer mehr Regionen Deutschlands können sich nicht mehr die Unternehmen ihre Mitarbeiter, sondern die Bewerber ihre Arbeitgeber aussuchen. Nur wer sich auf Unternehmensseite als besonders attraktiv erweist, kann im Wettbewerb um gefragte Nachwuchskräfte bestehen. Was vielen nicht bewusst ist: Die Gestaltung des Büroarbeitsplatzes spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Kündigungsgrund Büroausstattung?

Eine Studie des Coworking-Anbieters Mindspace zeigt, dass Mitarbeiter bei der Jobwahl neben einem guten Gehalt, Karrierechancen und Benefits auch die Arbeitsplatzgestaltung besonders im Blick haben. Jeder sechste Erwerbstätige in Deutschland (14 Prozent) hat schon einmal ein Stellenangebot abgelehnt, weil ihm die Arbeitsumgebung nicht gefiel. Für knapp elf Prozent der Millennials war das Büro-Design sogar schon ein Kündigungsgrund.

Je attraktiver das Büro-Design, desto höher die Weiterempfehlungsbereitschaft

Auch eine Sonderbefragung, die der Industrieverband Büro und Arbeitswelt (IBA) im Frühjahr 2018 gemeinsam mit der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu durchgeführt hat, belegt die Relevanz der Arbeitsumgebung. Vom 2. April bis zum 20. Mai 2018 nahmen rund 10.000 Mitarbeiter aus 5.000 deutschen, österreichischen und schweizerischen Unternehmen an der Befragung teil, in der neben allgemeinen Bewertungskriterien wie Work Life Balance, Karriere und Weiterbildungschancen, Vorgesetztenverhalten und Kommunikation auch die Zufriedenheit mit der Arbeitsplatzausstattung beim aktuellen oder früheren Arbeitgeber abgefragt wurde: „Lärmpegel, Ergonomie und Design: Wie zufrieden bist du mit der Ausstattung an deinem Büro-Arbeitsplatz?“ Für jede Kategorie konnten die Mitarbeiter 1 bis maximal 5 Sterne vergeben. Freundliche Büroarbeitsplätze zeichneten sich demnach unter anderem durch viel Tageslicht, eine hochwertige technische Ausstattung, einen bequemen Bürostuhl, höhenverstellbare Schreibtische sowie einen niedrigen Geräuschpegel aus.

Das Ergebnis: Mitarbeiter, die die Arbeitsbedingungen sehr gut bewerten, sind auch insgesamt überdurchschnittlich zufrieden mit ihrem Arbeitgeber und empfehlen diesen zu 98,3 Prozent weiter. Bei den Unzufriedenen liegt die Bereitschaft dagegen nur bei 17 Prozent. „Das ist ein wichtiger Aspekt für die Personalgewinnung. Schließlich wird jede dritte Stelle mithilfe von persönlichen Kontakten vermittelt“, betont Barbara Schwaibold, Pressesprecherin des IBA. Interessant ist auch der Branchenvergleich: Gut abgeschnitten haben unter anderem (Rechts-)Beratung, Internet- und EDV-Unternehmen. Vergleichsweise schlechte Bewertungen gab es unter anderem für Verkehr und Logistik, die Textilbranche und auch für die Medienbranche.

Doch wer bietet die besten Büros und was ist das Besondere einer attraktiven Arbeitsumgebung? Auf Grundlage der ausgewerteten Kriterien hat der IBA gemeinsam mit der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu die bestbewerteten Unternehmen in den Kategorien kleine, mittelgroße und große Unternehmen ermittelt. Sie wurden auf der internationalen Fachmesse ORGATEC mit dem „Best Workplace Award 2018“ ausgezeichnet.

Von den Besten lernen

Einer der Vorreiter in puncto attraktiver Arbeitsplatz ist der Onlineversandhändler niceshops aus dem österreichischen Paldau, der in der Kategorie der mittelgroßen Unternehmen (50 bis 249 Mitarbeiter) als Sieger hervorging und auch den Sonderpreis „Bestes Design und Arbeitsatmosphäre“ erhielt. Geschäftsführer Christoph Schreiner ist überzeugt, dass die Innenausstattung die Unternehmenskultur positiv beeinflusst: „Die freundliche Innenausstattung führt zu einer freundlichen Grundstimmung. Unser Unternehmen ist einzigartig, weil wir es in einer extrem kompetitiven Branche geschafft haben, ein Unternehmen aufzubauen, wo die Mitarbeiter gerne arbeiten gehen.“ Neben der Arbeitsplatzausstattung schätzen die Beschäftigten hier vor allem die Arbeitsatmosphäre, Arbeitsbedingungen und den Umgang mit älteren Kollegen. Dabei orientiert sich hier auch die Bürogestaltung am Geschäftsmodell „Shop“. „Die Arbeitsplätze können von jedem persönlich eingerichtet werden. Auf einer einfachen Webseite können die Mitarbeiter sich aussuchen, was sie gerne hätten“, erzählt Stella Lucchesi Palli, Leiterin Customer Care bei niceshops. Diese individuelle Gestaltungsfreiheit der Arbeitsumgebung scheint sich auch auf den Ideenreichtum auszuwirken – Mitarbeiter loben die kreative und selbstständige Arbeitsweise.

Einrichtung sollte zur Unternehmenskultur passen

Wie sich Arbeitsumgebung und Einrichtung positiv auf Unternehmenskultur und Mitarbeiterzufriedenheit auswirken kann, hat auch die ageneo Life Science Experts GmbH erkannt, die in der Kategorie der kleinen Unternehmen (bis 49 Mitarbeiter) zum „Best Workplace“ gekürt wurde. Die auf Pharmazie, Medizintechnik, Biotechnologie und Diagnostik spezialisierte Personalberatung aus München zeichnet sich durch eine besonders soziale Unternehmenskultur aus, die auch bei der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung zum Ausdruck kommt. „Die höhenverstellbaren Schreibtische sind wirklich richtig toll und entlasten den Rücken. Auf bestimmte Aufgaben kann ich mich stehend ganz anders konzentrieren als im Sitzen“, betont Dagmar Holzmann aus dem Vertriebsinnendienst.

Auch Anna Mirabichvili, zuständig für Marketing und Kommunikation, lobt die Büroausstattung. „Es sind tolle, hochwertige Möbel, mit denen es Spaß macht, hier zu sitzen und zu arbeiten. Das motiviert auf jeden Fall“, erklärt sie.

Projektflächen fördern Teamarbeit und Kollegenzusammenhalt

In puncto Büroausstattung, die die Teamarbeit fördert, ist die Ergon Informatik AG mit Sitz in Zürich ein echtes Vorzeigeunternehmen. Es schnitt in der Rangliste der Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern am besten ab. Große Gemeinschaftsflächen laden hier zur Projektarbeit ein. „Wir hatten nur zwei Monate Zeit, das Haus zu renovieren und haben primär Veränderungen in den Vorräumen zu den Sitzungszimmern und in der Cafeteria vorgenommen. Wir wollten dort möglichst große gemeinsame Flächen zur Verfügung stellen, die freundlich, aber auch funktional eingerichtet sind“, berichtet CEO Gabriela Keller. Und das scheint sich auf das Beziehung der Mitarbeiter untereinander auszuwirken: Schließlich sind die Beschäftigten hier mit dem Kollegenzusammenhalt besonders zufrieden. Außerdem wird hier großer Wert darauf gelegt, dass Mitarbeiter sich aktiv in das Unternehmen einbringen können. „Ergon ist für mich attraktiv, weil man hier wirklich das Arbeiten und auch die Firmenentwicklung mitgestalten kann”, sagt Daniel Koller, Senior Software Entwickler bei Ergon.

Investition in Büro-Design zahlt sich aus

Die Erkenntnisse der Sonderbefragung, aber auch die Beispiele der Preisträger bestätigen, was auch schon in mehreren Studien herausgefunden wurde: Zwischen der Zufriedenheit mit der Büroumgebung und dem Wohlbefinden, der Motivation sowie der Identifikation mit dem Unternehmen, gibt es einen starken Zusammenhang. So zeigt eine Forsa-Studie des IBA , dass Unternehmen, die in die Arbeitsumgebung ihrer Mitarbeiter investieren, von zufriedeneren und leistungsfähigeren Mitarbeitern profitieren. So sind sich vier von fünf Arbeitnehmern (78 Prozent) sicher, dass das Wohlbefinden am Arbeitsplatz ihre Produktivität direkt beeinflusst, weitere 21 Prozent halten dies zumindest für möglich. „Die Gewinner der ‘Best Workplace Awards’ sind gute Beispiele dafür, wie man sich als Unternehmen heute im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter positionieren sollte. Investitionen in eine attraktive Büroausstattung rechnen sich in höherer Mitarbeiterzufriedenheit, besserer Identifikation mit dem Arbeitgeber und letztlich auch durch erfolgreicheres Recruiting, höhere Mitarbeiterbindung und bessere Teamergebnisse”, betont Thomas Jünger, Geschäftsführer des Industrieverbands Büro und Arbeitswelt e.V. (IBA).

Weiterführendes Videomaterial mit Statements der Gewinner gibt es hier:

Alle Videos der Gewinner

Ergon

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Weiterführende Infos:

Die Zukunft des Büros

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Best Workplace Awards 2018

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