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Neue Studie des IBA zeigt: schneller Zuwachs bei Büro-Arbeitsplätzen, aber Nachholbedarf bei Qualität

Feb 14, 2020 09:00 CET

Neue Studie des IBA zeigt: schneller Zuwachs bei Büro-Arbeitsplätzen, aber Nachholbedarf bei Qualität

Mitarbeiter wünschen sich mehr Kommunikationszonen und Ergonomie / Gute Büroausstattung trägt zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz bei / Arbeitsumgebung auch bei der Arbeitgeberwahl wichtig

Wiesbaden, 21. Februar 2020 – Gut gestaltete Büroarbeitsplätze leisten einen Beitrag zum Wohlbefinden der Beschäftigten und sind ein Erfolgsfaktor für Unternehmen, die als Arbeitgeber möglichst attraktiv sein wollen. In der Realität bleiben allerdings sowohl bei den Kommunikationsmöglichkeiten im Büro als auch bei der Ergonomie und bei der optischen Gestaltung noch viele Wünsche offen. Bedeutung und Anzahl der Büroarbeitsplätze wachsen im Zeitalter der Digitalisierung schnell, die bedarfsgerechte Ausstattung kann hier aber nicht überall Schritt halten.

Das zeigen mehrere Umfragen, die der Industrieverband Büro und Arbeitswelt e. V. (IBA) in den vergangenen Monaten unter Büroarbeitnehmern in Deutschland durchgeführt hat. Der IBA untersucht in repräsentativen Befragungen regelmäßig, wie es um die Büroarbeitsplätze in Deutschland bestellt ist, was sich Arbeitnehmer hier wünschen und was Arbeitgeber tun können, um durch die Raumgestaltung und die Büroausstattung im „war for talents“ zu punkten. Vor diesem Hintergrund hat der Verband die Ergebnisse mehrerer Umfragen in einer neuen Studie zusammengefasst, die jetzt unter dem Link www.iba.online/service/publikationen abrufbar ist.

Starkes Wachstum seit 2015 durch Wandel in der Arbeitswelt

Wie stark sich die Arbeitswelt allein in den vergangenen fünf Jahren gewandelt hat, zeigen die folgenden Zahlen: 71 Prozent aller Beschäftigten arbeiten inzwischen zumindest zeitweise an einem Büroarbeitsplatz, 2015 galt das nur für 52 Prozent. Weil gleichzeitig die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland gestiegen ist, gehört Büroarbeit nunmehr für fast 32 Millionen Menschen zum Alltag. 2015 waren es nur 22,5 Millionen Arbeitnehmer. Denn der Anteil der Arbeit an Schreibtisch und Computer nimmt auch in vielen Tätigkeitsbereichen zu, die nicht den klassischen Büroarbeitsplätzen zugerechnet werden.

Für die Büroräume im Unternehmen gilt: Eine gute Arbeitsumgebung trägt zum Wohlbefinden der Beschäftigten und zur Identifikation mit dem Unternehmen bei. Für zwei Drittel der Beschäftigten sind eine ausreichende Anzahl und eine attraktive Ausstattung von Kommunikations- und Besprechungsbereichen wichtige Faktoren für ihr Wohlbefinden und effizientes Arbeiten.

Flächenverdichtung reduziert Kommunikationszonen

Allerdings sind immerhin 36 Prozent der Beschäftigten nicht zufrieden mit dem diesbezüglichen Angebot an ihrem Arbeitsplatz – sie wünschen sich mehr Möglichkeiten für den kommunikativen Austausch im Kollegenkreis. Neben Teeküchen oder Kaffeebars werden vor allem Sitzecken mit Sofas und Sesseln und Kommunikationszonen mit Stehtischen vermisst. Jeder fünfte Arbeitnehmer hat keinen Zugang zu Bereichen, die vornehmlich der informellen Kommunikation dienen. 2015 gaben nur zehn Prozent der Befragten an, dass sie keine solchen Räumlichkeiten nutzen können. Am deutlichsten fiel der Rückgang bei den Besprechungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz aus. Eine Entwicklung, die laut IBA hauptsächlich auf die zunehmende Flächenverdichtung im Bürobereich zurückzuführen sein dürfte. Und auch andere Faktoren geben Anlass zur Kritik. Rund 40 Prozent der Erwerbstätigen erwarten, dass mehr auf die ergonomische Qualität der Ausstattung geachtet wird. Ebenso viele sehen Nachholbedarf bei der optischen Gestaltung des Arbeitsumfelds.

Erfolgsfaktor bei der Arbeitgeberattraktivität

Dass Unternehmen auch diese – auf den ersten Blick eher „weichen“ – Faktoren ernst nehmen sollten, zeigt eine weitere Zahl des IBA. So geben fast 70 Prozent der Erwerbstätigen an, dass sie bei einem Wechsel der Arbeitsstelle die künftige Arbeitsumgebung in die Auswahlkriterien für einen neuen Arbeitgeber aufnehmen würden. Dies gilt unabhängig von Alter, Einkommen und Position im Unternehmen.

„Die Büroeinrichtungsbranche verzeichnete in den vergangenen Jahren eine stetig steigende Nachfrage nach Konzepten, die flexible Arbeitsformen unterstützen. Die Umfrageergebnisse zeigen aber, dass hiervon längst nicht alle Arbeitnehmer profitieren konnten“, erklärt Hendrik Hund, Vorsitzender des IBA. Dabei nehme – das zeigt die aktuelle IBA-Studie – die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz ab, wenn dort Kommunikationszonen fehlen oder ergonomische Mängel bestehen. Wo der rasche Zuwachs bei Büroarbeitsplätzen in Deutschland zu Lasten der Qualität geht, leide folglich die gesamte Arbeitgeberattraktivität. „Hier schnell Abhilfe zu schaffen, ist nicht nur ein Erfolgsfaktor bei Personalgewinnung und -bindung, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für effizientes Arbeiten“, so Hund.

Weiterführende Infos:

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