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Neukonzeption des flämischen Ethias-Hauptsitzes in Hasselt

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Ethias-Hauptsitzes in Hasselt
IBA Redaktionsteam IBA Redaktionsteam ·
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Der Hauptsitz des flämischen Versicherers Ethias am Prins Bisschopssingel in Hasselt prägt mit seiner markanten, futuristischen Architektur seit rund 40 Jahren das Stadtbild. Drei Jahrzehnte nach der Eröffnung stand das Gebäude jedoch vor einer zentralen Frage: Abriss und Neubau oder eine umfassende Erneuerung im Bestand? Mit dem Projekt „Change Over“ entschied sich Ethias für die zweite Option. Die Sanierung adressiert sowohl Klimaziele als auch ein neues Arbeitsumfeld für rund 500 Beschäftigte.

Vom Bestandsbau zum Referenzprojekt

Die ursprüngliche Architektur des Hauses stammt vom Büro Jaspers Eyers Architects, das auch mit der umfassenden Renovierung beauftragt wurde. Ziel des Projekts war es, das ikonische Gebäude energetisch zu modernisieren, seine Präsenz im Stadtbild zu bewahren und gleichzeitig einen Masterplan für zukünftige Arbeitsplatzkonzepte von Ethias zu erstellen, einschließlich des wallonischen Hauptsitzes in Lüttich und weiterer Standorte. Die Glasfassade wurde komplett erneuert und mit Superisolierglas ausgestattet, wodurch sich sowohl die Wärmedämmung als auch der akustische Komfort verbesserten. Über eine geothermische Anlage kann das Gebäude künftig ohne fossile Brennstoffe beheizt werden, Photovoltaik ergänzt das Energiekonzept. Damit erfüllt das Verwaltungsgebäude hohe technische Kriterien und zielt auf eine BREEAM-Zertifizierung „Very Good“ ab.

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Hybride Arbeitswelt als Leitbild

Neben der Klimastrategie stand ein neues Arbeitsumfeld im Fokus. Nach der Corona-Pandemie teilen die Beschäftigten in Hasselt ihre Arbeitszeit im Verhältnis 70:30 zwischen Büro und Homeoffice auf. Ethias nutzte die Sanierung, um Arbeitsplatzstrukturen grundlegend zu überdenken. Die Beschäftigten wurden frühzeitig einbezogen und konnten ihre Bedürfnisse und Erwartungen in Workshops und Moodboards formulieren. Daraus entstand ein Innenraumkonzept, das auf natürliche Materialien, zurückhaltende Farben wie Beige und Terra sowie eine Vielzahl an Arbeitszonen setzt. Das Spektrum reicht von klassischen Arbeitsplätzen mit Sitz-Steh-Funktion über Konzentrationsbereiche bis hin zu Meeting- und Konferenzzonen. Das Prinzip des Desk-Sharings wurde konsequent eingeführt, sodass die Fläche pro Arbeitsplatz um rund 40 % reduziert werden konnte, ohne dass funktionale Qualität eingebüßt wurde.

Workspace‑Design mit Kreislaufanspruch

Für die Büroeinrichtung setzte Ethias auf PAMI als Workspace-Partner. Auf Basis der gestalterischen Leitplanken entwickelte PAMI ein Einrichtungskonzept, das die vorhandene Architektursprache aufgreift und die neue Arbeitslogik gleichzeitig unterstützt. Besonders wichtig waren dabei die Punkte Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit. Ethias und PAMI entschieden sich, einen erheblichen Teil des bestehenden Mobiliars wiederzuverwenden, gezielt zu überarbeiten und mit neuen Elementen wie Akustikpaneelen zu ergänzen. So entstand eine funktionale Aufwertung, die sich nahtlos in das neue Design integriert, ohne unnötig Ressourcen zu verbrauchen. Das Einrichtungspaket kombiniert das eigene, nachhaltige Produktsortiment von PAMI mit Lösungen von rund 20 bewährten Partnern. Gleichzeitig nutzte PAMI den eigenen flexiblen Produktionsprozess in Belgien, um maßgeschneiderte Möbel zu entwickeln, beispielsweise für Management-Arbeitsplätze und zentrale Besprechungsbereiche.

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Standortübergreifender Masterplan für Ethias

Die Neugestaltung des Standorts Hasselt ist mehr als ein Einzelprojekt. Das Bürodesign dient Ethias als Masterplan für weitere Standorte, insbesondere für den wallonischen Hauptsitz in Lüttich mit rund 800 Beschäftigten sowie für verschiedene regionale Niederlassungen. Das bedeutet, dass Grundprinzipien wie hybride Arbeitsmodelle, zonierte Flächen, Desk-Sharing und zirkuläre Möblierung schrittweise in der gesamten Organisation verankert werden. Parallel dazu verfolgt Ethias eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden und langfristig Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Die Sanierung des Gebäudes in Hasselt mit geothermischer Energieversorgung und BREEAM-Zielsetzung ist ein Baustein in diesem Transformationsprozess.

Fazit: Bestand weiterdenken statt neu bauen

Die flämische Zentrale des Versicherers Ethias in Hasselt zeigt, wie sich Bestandsgebäude zu zukunftsfähigen Arbeitswelten entwickeln lassen, wenn Architektur, Energiekonzept und Möblierung gemeinsam konzipiert werden. Die erneuerte Arbeitsumgebung bildet unterschiedliche Tätigkeiten – von konzentrierter Einzelarbeit bis hin zu Projektarbeit und Beratung – räumlich ab und unterstützt den hybriden Arbeitsalltag der Beschäftigten. Gleichzeitig entsteht für Kunden ein Umfeld, das Professionalität, Verlässlichkeit und Offenheit signalisiert. Die Eröffnung des neuen Büros im Rahmen eines Familientags Ende 2023 unterstrich, dass der Umbau bei Ethias nicht nur als bauliches Projekt, sondern auch als kultureller Schritt in Richtung einer modernen Arbeits- und Unternehmenskultur verstanden wird. Als Workspace-Designer trug PAMI dazu bei, diesen Wandel in der Fläche sichtbar und nutzbar zu machen mit einem Einrichtungskonzept, das auf Nachhaltigkeit, Flexibilität und die Nutzung bestehender Ressourcen setzt

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Pami zählt zu den führenden belgischen Spezialisten für Büroeinrichtungen und Arbeitsplatzlösungen. Das Unternehmen vereint Workspace-Design und die Entwicklung sowie Produktion von Büromöbeln unter einem Dach und begleitet Projekte von der Konzeption über Entwicklung und Fertigung bis hin zu Transport, Installation und Wiederverwendung. Durch die lokale Produktion in Belgien kann Pami seine Möbel kundenspezifisch an die Anforderungen von Kunden und Architekten anpassen und dabei Qualität, Nachhaltigkeit und Lieferzeiten kontrollieren. Im Mittelpunkt stehen ergonomische Arbeitsplätze, nachhaltige, zirkuläre Lösungen und moderne Arbeitswelten, die sich flexibel an veränderte Anforderungen anpassen lassen. Weitere Informationen unter: https://www.pami.eu

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