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One size fits no one – Interview mit Marc-Sven Kopka von der New Work SE

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Marc Sven Kopka, New Work SE, im Interview
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4 Minuten

Mitte September 2021 hat die New Work SE ihr neues Headquarter in Hamburg bezogen, den „New Work Harbour“.
OFFICE ROXX sprach mit dem Vice President External Affairs Marc-Sven Kopka über die neue Arbeitswelt.

New Work SE Headquarter in Hamburgs Hafen-City
New Work SE Headquarter in Hamburgs Hafen-City

OFFICE ROXX: Herr Kopka, was zählt zu den wichtigsten Gestaltungselementen Ihres New Work Harbour?

Marc-Sven Kopka: Grundfrage bei der Konzeption war: Wie muss ein Gebäude gestaltet sein, wenn Mitarbeitende die Wahl haben, ob sie dort arbeiten wollen oder von zu Hause? Unsere Unternehmenskultur ist zentraler Erfolgsfaktor unseres Unternehmens – und für eine lebendige Kultur sind Nähe, Gemeinschaft, gemeinsame Erlebnisse zentral. Das ist der Grund, warum sich heute neben State-of-the-Art-Arbeitsplätzen und Technik für hybride Meetings auch ein Fitnessstudio, ein Bandraum, eine Kiezkneipe und ein Plattenladen in unserem Gebäude befinden. 

Moderne, offene Arbeitsumgebung für den idealen Workflow.
Moderne, offene Arbeitsumgebung für den idealen Workflow.
Entspannung für die Ohren gibt‘s in der Sound Bar mit ihrer Schallplattensammlung.
Entspannung für die Ohren gibt‘s in der Sound Bar mit ihrer Schallplattensammlung.

Wie sind Sie an das Thema Einrichtung herangegangen?

Unser Ziel war es, ein Gebäude zu gestalten, das Anziehungskraft hat. Eines, das so attraktiv ist, dass ich dort arbeiten will, auch wenn ich das nicht muss. Aber was muss man tun, um diese Attraktivität anzubieten? Das wissen naturgemäß die Mitarbeitenden am besten. Deshalb haben wir umfangreiche Umfragen gemacht. Außerdem wurden Teil-Arbeitsgruppen für einzelne Bereiche gebildet, in denen Kolleginnen und Kollegen, die für ein bestimmtes Thema Energie hatten, Entscheidungen treffen konnten und Budgets zur Verfügung hatten, um den für sie idealen Arbeitsplatz zu gestalten. Herausgekommen sind keine Gimmicks, sondern ungewöhnliche, aber sehr attraktive Bereiche des Gebäudes, die hohe Anziehungskraft haben. Weil sie von denjenigen entworfen wurden, die sie auch nutzen. 

Wie hat sich die Homeoffice-Quote bei Ihnen in den letzten Jahren entwickelt?

Wir haben Vertrauensarbeitszeit und messen folglich die Anwesenheit nicht. Was wir aber sehen, ist, dass erstens Montage und Freitage zu Homeoffice einladen und es Mitte der Woche voll wird. Wir haben eine 60/40-Quote. 40 Prozent ist der Richtwert, der idealerweise im Büro verbracht wird. Denn die Interaktion miteinander ist wichtig. Sie beschleunigt und intensiviert Kreativprozesse. Die Ausgestaltung überlassen wir den Teams, da sie selbst am besten wissen, was sie brauchen und wie sie gut arbeiten können.

Unsere Empfehlung für Sie

OFFICE-ROXX-Bürotrendforum Marc-Sven Kopka zählt zu den Referenten des OFFICE-ROXX-Bürotrendforums am 28. Oktober auf der Orgatec 2022 in Köln. Der Zugang zum Forum ist kostenfrei. Für weitere Informationen einfach hier klicken!

Wie glücklich sind Sie mit dieser Entwicklung?

Wir sind grundsätzlich zufrieden, sehen aber auch, dass sich nach der Disruption durch die Coronaeinschränkungen das Miteinander neu einspielen muss. Um die Attraktivität des Arbeitens im neuen Büro zusätzlich zu steigern, gibt es zahlreiche Angebote und Veranstaltungen, wie zum Beispiel den „Bring-your-parents-to-work-Day“, den wir sehr erfolgreich durchgeführt haben. Er basiert auf der Erkenntnis, dass viele Eltern keine Ahnung haben, was ihre Kinder eigentlich tun. Und solche Events schaffen zusätzliche Anlässe dafür, ins Büro zu gehen. Es wird ein lebendiger Ort, der geschaffen ist für die Mitarbeitenden. Umgebung, Events, Beteiligung – in gewisser Weise denken wir über die Bedürfnisse der Kolleginnen und Kollegen ähnlich nach wie über die der Kunden. Und diese Umkehr der Perspektive, dieser Paradigmenwechsel, dass es eben immer auch um den Einzelnen und seine Bedürfnisse geht und nicht nur diejenigen der Arbeitgeber, ist ein zentraler Aspekt von „New Work“. 

Was haben Sie in diesem Zusammenhang gelernt?

Dass „One size fits all” falsch ist. Vielmehr gilt: „One size fits no one“. Die Bedürfnisse sind unterschiedlicher Natur. Und darum gilt es, verschiedene Angebote, Bereiche, Umgebungen zu schaffen. Und die am besten durch diejenigen, die das jeweilige Bedürfnis teilen. Denn die wissen viel besser, was sie brauchen, als jeder Innenarchitekt und jede Geschäftsführung das wüsste.

Im Co-Creation-Lab können Teams Neues ausprobieren.
Im Co-Creation-Lab können Teams Neues ausprobieren.
Besprechungsräume sind mit moderner Medientechnik ausgerüstet.
Besprechungsräume sind mit moderner Medientechnik ausgerüstet.

Welche Entwicklung sehen Sie in dem Thema New Work, auch hinsichtlich der Inhalte Ihrer erfolgreichen New-Work-Sessions?

New Work ist im Mainstream angekommen. Was muss ich tun, um attraktiver Arbeitgeber zu sein? Wie ist meine Unternehmenskultur und was kann ich tun, sie so zu entwickeln, dass sie anziehend auf Talente wirkt? Welche Arbeitsbedingungen wünschen sich Fach- und Nachwuchskräfte? Das sind im Kern New-Work-Fragen, da sie die Perspektive umdrehen.

Vielen Dank.

Die Fragen stellte Robert Nehring.

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Abbildungen: New Work SE
Titelbild: Marc-Sven Kopka, Vice President External Affairs bei New Work SE